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erster Auftritt: wann?


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Natalie
Gast



Verfasst am: 30.08.2005 17:04
Titel:
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Ich möchte mich hier Sandra's Posting mit der Aufzählung Ihrer 4 Punkte anschließen,allerdings muß ich dazu sagen, das ich es nicht von der Gage abhängig machen möchte. Sprich, selbst bei einem Volksfest ohne Gage (und gerade da) steht man in der absoluten Öffentlichkeit und damit präsentiert man den orientalischen Tanz. Bei jedem Auftritt sollte das Kostüm stimmen, die Ausstrahlung, Takt-/Rhytmusfestigkeit. Man sollte der Schritte die man tanzt mächtig sein.
Oft genug bekommt man zu hören, "nee lass man gut sein mit Bauchtanz, letztens beim Arbeitskollegen hat eine getanzt und....." Ich selber habe einer Vorführung beigewohnt bei der sich die Zuschauer halbwegs kaputt gelacht haben, mir taten die Mädels so leid, aber wenn aus konzentriertem Schritte tanzen nur noch unkoordiniertes Gezappel entsteht, ist es schon peinlich. Und soetwas sieht mal leider immer wieder.

Und, es ist sicherlich auch ein großer Unterschied ob man auf Orientalischen Contests oder Messen usw. tanzt wo das Publikum (sprich andere OT Tänzerinnen) ein anderes Augenmerk, nämlich auf die einzelnen Bewegungsabläufe, hat und dieses auch zu schätzen weiß als auf einem gebuchten 50. oder eine Hochzeit, wo die Zuschauer die Bewegungen weniger einzuschätzen wissen sonderm mehr auf das
Gesamtwerk (also die äußerlichen Merkmale der Tänzerin) achten.

Auf jeden Fall sollten wir uns (wie Djamila schon anregte) darüber im Klaren sein das wir Money dafür bekommen und man sollte den Anspruch an sich selber haben dafür auch ein höchstmöglichste Leistung zu erbringen. Und die Meinung "Naja, ich tanze vielleicht noch nicht ganz so gut, also kann ich noch nicht soviel Geld dafür nehmen" ist vielleicht nicht ein ganz so guter Weg.... Dann lieber im Familienkreis und auf Orientalischen Festen zum Mittanzen weitere Erfahrungen sammeln.
       
Gast




Verfasst am: 31.08.2005 07:59
Titel:
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Guten Morgen zusammen,

Djamila´s Frage nach dem "wann" kann ich eigentlich recht kurz beantworten. Ich kenne es nur so, dass einem die Lehrerin sagt "ok" oder "eher nicht". Weiß ja nicht wie es in anderen Studios/Gruppen so abläuft. Meine Lehrerin ist fast wie eine "Mutter" für mich. icon_biggrin.gif Zumindest sollte die zwischenmenschliche Basis zwischen Lehrerin und Schülerin soweit vorhanden sein, dass man offen und ehrlich über diese Frage sprechen kann. Die Lehrerin kennt ihre Schülerin am besten. Wer sollte daher ehrlicher beurteilen können, ob es für den ersten Auftritt "reicht" oder auch nicht?

Bei meinem ersten Auftritt in diesem Schul-Theaterstück habe ich meinen Part meiner Lehrerin vorgetanzt, ihr gezeigt was ich anziehen möchte und sie hat ihr volles "ok" gegeben. So geht man auch viel beruhigter an den Auftritt ran.

Grüße
Shayenne
       
Yana-Naima


Beiträge: 34
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 18:44
Verfasst am: 31.08.2005 09:22
Titel: Re: Auftritte - so oder so
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Hi Djamila und alle anderen,

Zitat Djamila:
"Ich denke, man sollte eines nicht vergessen: Tritt man auf - sei es nun privat oder öffentlich, mit oder ohne Gage - so repräsentiert man für das Publikum "den Bauchtanz" oder "die Bauchtänzerin". "

Das sehe ich genauso. Den Leuten ist es egal, ob man Profi oder Amateur, Schülerin, Lehrerin oder sonstwas ist, ob es einem gerade schlecht geht oder was auch immer. Sie sehen sich die Show an und wollen gut unterhalten werden. Daraus bilden sie sich dann ihr Urteil über den orientalischen Tanz allgemein.

Zitat Djamila:
"Daher würde mich mal interessieren: Welche Voraussetzungen sollte eine Tänzerin meiner Meinung nach erfüllen, wenn sie öffentlich gegen Gage (z.B. bei einer Geburtstagsfeier) auftritt? icon_question.gif "

Meiner Meinung nach muss das Publikum das, was die Tänzerin darbietet, als Kunst erkennen können. Das heißt, der Zuschauer soll den Eindruck haben, dass es eine Tanzkunst ist, die nicht jeder beherrscht (ähnlich Ballett, da weiß auch jeder, das ist hohe Kunst).
Wobei sicherlich auch die Ansprüche des Publikums unterschiedlich sind, da ja die Feierkultur auch breit gefächert ist - sozusagen von "Oper bis Ballermann".
Aber ich denke, es muss jede Tänzerin selbst für sich kritisch einschätzen, in welchem Rahmen sie auftritt. Wenn mir eine Location suspekt vorkommt, dann nehme ich lieber den Auftritt nicht an.

Zitat Djamila:
"Ich mache mal den Anfang: Sie sollte ihren Tanz so schätzen, dass sie sich für ihre Leistung auch selbst die Gage zahlen würde, die sie vom Auftraggeber verlangt."

Hier stimme ich nicht 100 % überein, da nach meiner Erfahrung jede Tänzerin einen eigenen Gesichtspunkt auf ihre Leistung hat.
Es gibt Tänzerinnen, die leider relativ wenig bieten, aber trotzdem wirklich und wahrhaftig von sich selbst überzeugt sind, dass es sich bei ihnen um hohe Kunst handelt.
Es fällt manchen schwer, sich selbst kritisch einzuschätzen.

Liebe Grüße
Yana
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Peter


Beiträge: 701
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:24
Wohnort: Hessen
Verfasst am: 31.08.2005 18:59
Titel: Re: Auftritte - so oder so
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Hallo in die Runde,

DJAMILA hat folgendes geschrieben::
Hallo,

... Auf die Frage, wann ich denn das erste Mal aufgetreten bin, antworte ich immer: Zu früh! Viel zu früh! icon_redface.gif Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen: Ich war jung und hübsch, und wusste es nicht besser. icon_wink.gif


Dem mag ich mich aus vielerlei Gründen nicht anschließen. Es ist allenfalls verfrüht, bei Dir, Djamila, "hübsch" in Verbindung mit einer Vergangenheitsform zu verwenden.

Man darf anderer Leute früheres Tun und Lassen nur an den damaligen Bedingungen, mit denen sie konfrontiert waren und dem Wissen messen, welches ihnen zur Verfügung stand, wenn man nicht bewußt ungerecht sein will. Und man muß gegenüber sich selbst nicht strenger sein.

Vorausgesetzt, eine Tänzerin hat sich im Laufe der Zeit fortentwickelt, so wird der erste Auftritt, unter den jetzigen Maßstäben betrachtet, immer als zu früh eingestuft werden. Nur beißt sich hier die Katze in den Schwanz: ohne den Auftritt von damals und die Erfahrungen, die sie dabei und bei den folgenden sammelte, die natürlich auch noch nicht perfekt sein konnten, stände diese Tänzerin heute nicht da, wo sie jetzt ist. Im Klartext: entweder man tritt "zu früh" auf, oder man bleibt ewig Publikum.

Djamila hat folgendes geschrieben::

Ich denke, man sollte eines nicht vergessen: Tritt man auf - sei es nun privat oder öffentlich, mit oder ohne Gage - so repräsentiert man für das Publikum "den Bauchtanz" oder "die Bauchtänzerin". Ist die Show schlecht, fällt das eher auf den Ruf des Tanzes zurück, als auf das Unvermögen der Tänzerin. Die wenigsten sind in der Lage, da wirklich zu differenzieren.


Meister fallen nicht vom Himmel, egal, ob es sich um Tänzerinnen oder Chirurgen handelt. Letztere müssen sich auch ans Skalpell gewöhnen können, ohne daß das notwendig Menschenleben kostet.

Es liegt deshalb in der Verantwortung der Dozenten, unter den von Djamila genannten Prämissen Auftrittsgelegenheiten zu schaffen, wenn sich diese nicht von selbst ergeben. In Wiesbaden und in Worms habe ich bei "Tagen der offenen Tür" dieses Jahr gesehen, daß das auch tadellos funktionieren kann. Nicht nur, daß die Studioleiterinnen durch entsprechende Moderation ihre Schülerinnen präsentiert haben, ohne ihren Leistungsstand zu beschönigen. Sie haben auch mit eigenen Auftritten dafür gesorgt, daß die Kunst des OT in der Veranstaltung nicht unter die Räder kommt.

Djamila hat folgendes geschrieben::

Ich mache mal den Anfang: Sie sollte ihren Tanz so schätzen, dass sie sich für ihre Leistung auch selbst die Gage zahlen würde, die sie vom Auftraggeber verlangt.


Ich würde das noch erweitern wollen:
nicht nur die Gage, die man selbst bereit wäre, für die erbrachte Leistung zu zahlen, muß sich mit der Forderung decken. Ist der Eintritt kostenlos, wie bei einem Tag der Offenen Tür, so sollte einem eine Veranstaltung, wie die selbst organisierte, die vom Publikum erbetenen Fahrtkosten und Zeit auch selbst wert sein. Diese Bedingung ist niemals und nirgends verhandelbar, alles andere wäre eine Geringschätzung des Publikums, welches sich berechtigterweise durch Auspfeifen bedanken darf.
Zu DDR-Zeiten hieß es "Meine Hand für mein Produkt", was Djamilas Anforderung m.E. ganz treffend beschreibt. Heute muß man ganz klar feststellen, daß zur hiesigen Freiheit auch das Recht gehört, mit Slogans wie "Geiz ist geil" und "Ich bin doch nicht blöd" (den man so und auch anders interpretieren kann), das Qualitätsbewußtsein der Verbraucher zu untergraben.

Zitat:

Welche Kriterien würdet ihr noch voraussetzen? Was ist mit Kostüm, Aufmachung, Showgestaltung etc? Freue mich auf Eure Meinungen!


Tja, was soll man dazu sagen?
Es ist daneben, immer nur auf die Leistung der einzelnen Tänzerin zu schielen und darüber zu vergessen, daß der Gesamteindruck eines Auftrittes nur zum Teil von einem sauberen Tanz bestimmt wird. Die Kostüme müssen keine "Bella´s" sein, aber der jeweiligen Trägerin in Form, Schnitt und Farbe stehen, damit sie sich darin wohl fühlt. Ein Diskjockey, der mit seiner musikgesteuerten Anlage mit Vorliebe rote Kostüme grün beleuchtet, sollte besser zu Hause bleiben. Und die Moderation darf das Publikum nicht einschläfern.

Ich habe bisher nur eine einzige Show erlebt, bei der das alles für mich zusammenpaßte. Und das waren nicht Jillina und die BDSS, sondern Leute aus der hiesigen Gegend.

Dann mal viel Erfolg,
Peter

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Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil.

Kia trista epoko, en kiu pli facilas detrui atomon ol antaujughon.

Albert Einstein
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Dinavienna


Beiträge: 6
Anmeldungsdatum: 01.03.2007 11:39
Wohnort: Wien
Verfasst am: 12.08.2009 14:37
Titel:
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gast hat folgendes geschrieben::
Guten Morgen zusammen,

Djamila´s Frage nach dem "wann" kann ich eigentlich recht kurz beantworten. Ich kenne es nur so, dass einem die Lehrerin sagt "ok" oder "eher nicht". Weiß ja nicht wie es in anderen Studios/Gruppen so abläuft. Meine Lehrerin ist fast wie eine "Mutter" für mich. icon_biggrin.gif Zumindest sollte die zwischenmenschliche Basis zwischen Lehrerin und Schülerin soweit vorhanden sein, dass man offen und ehrlich über diese Frage sprechen kann.


amira almaas hat folgendes geschrieben::
Hallo zusammen,

klar, kommt es auch aufs Talent an. Trotzdem glaube ich, dass nach einem Jahr - auch mit Super-Talent - noch nicht Auftrittsreife für den "Einstieg ins Gschäft" erreicht sein kann.


Hallo an Euch alle,

Ich bin in Österreich und daher wohl einiges von Eurer deutschen Szene entfernt.

Ich bin auf Eure Seite auf der Suche nach Auftrittserfahrung von Bauchtänzerinnen gestoßen.

Falls es Euch interessiert, die Perspektive einer Austroorientalin zu hören, die seehr gerne auf sozialen Festivitäten Bauchtanz sehen würde, und auch gerne (wenn die Wirtschaftskrise mal vorbei und das Geld wieder lockerer sitzt icon_wink.gif ) engagieren würde:
Ich vermisse zumindest hier in Wien sehr den wirklich arabischen Bauchtanz. Habe des öfteren Tänzerinnen gesehen, die technisch schon wirklich gut waren - vom Ausdruck her aber höchstens Appetit machen, den Hunger aber nicht stillen konnten.

Also ich kann Euch nur sagen - ich würde für Gelegenheiten wie Verlobung, Hochzeit, Rückkehr von der Hochzeitsreise nur eine Tänzerin engagieren von der ich Referenzmaterial gesehen habe. Ich hätte zu viel Angst vor einer Enttäuschung.
Und ehrlich gesagt glaube ich, dass viele viele Araberinnen weniger als 1 Jahr Stunden haben bevor sie auftreten - Randa Kamal hatte gar keine Orientale Stunden, bevor sie schon Tanzprofi war (obwohl sie als Teenager mit einer Folkloretruppe durch Ägypten gezogen ist, was natürlich wichtige Technik- und Bühnenerfahrung darstellt).

Generell - ich hoffe das tritt niemandem auf die wunderschönen Zehen - würde ich eher eine technisch gute Araberin mit wenig Bühnenerfahrung va für eine private Feier engagieren als eine technisch exzellente Tänzerin anderen Nationalität. Mir persönlich fehlt leider bei den meisten Aufführungen, die ich von nichtarabischen Tänzerinnen sehe, arabisch, russisch, deutsch, etc etwas.

Insofern kann ich nur - falls meine Meinung Relevanz hat - aus potentieller Auftraggeberinnensicht sagen, so und so viele Jahre sind mir völlig egal. Mir ist auch technische Perfektion über einem gewissen Mindeststandard recht egal. Das ist ein Plus, aber kein Muss.

Darf ich noch etwas Kontroversielles ansprechen, bevor Ihr mich hier wahrscheinlich teert und federt? Eine arabische Freundin, die in der Nähe von Düsseldorf lebt seit einigen Jahren, hat nach ein paar Monaten Tanzstunden begonnen, für arabische und auch ein paar türkische Feste aufzutreten. Mit großem Erfolg - ihre (deutsche) Lehrerin hat sie auf einem Event gesehen und wohl recht negativ reagiert.
Ich habe sie schon tanzen gesehen und finde sie sehr gut. Sie mag nicht die Jahre von Tanzerfahrung haben, die ihre Lehrerin hat - um ganz ehrlich zu sein gefällt mir ihr Tanz aber besser. Was sie an Technik und Erfahrung nicht hat gleicht sie zumindest für unser Publikum mit orientalischem Gefühl aus.

Jetzt würde ich zu dem angesprochenen Test, die Lehrerin als "Zweitmutter" um Rat zu fragen sagen: Kann man sich eine 100% ehrliche Antwort von jeder Lehrerin erwarten? oder ist hier nicht eher ein Interessenkonflikt im Spiel (schließlich ist man ab diesem Zeitpunkt in einem gewissen Konkurrenzverhältnis um die je nach Region wohl begrenzten Auftrittsmöglichkeiten)?

Ma'salama
Dina
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Gast




Verfasst am: 12.08.2009 21:06
Titel:
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Dinavienna hat folgendes geschrieben::

Jetzt würde ich zu dem angesprochenen Test, die Lehrerin als "Zweitmutter" um Rat zu fragen sagen: Kann man sich eine 100% ehrliche Antwort von jeder Lehrerin erwarten? oder ist hier nicht eher ein Interessenkonflikt im Spiel (schließlich ist man ab diesem Zeitpunkt in einem gewissen Konkurrenzverhältnis um die je nach Region wohl begrenzten Auftrittsmöglichkeiten)?



Du sagst es! Bei aller Bewunderung für das Können der Lehrerin, sollte man auch ein Minimum an Meschenkenntnis haben, um einschätzen zu können, wie ehrlich es die Lehrerin mit einem meint.

Sehr aufschlussreich ist auch immer, wie die Lehrerin über andere Tanzkolleginnen (=Konkurrentinnen) spricht!

Die Schülerin, die es wirklich wissen will, hat außerdem ohnehin nicht nur eine Lehrerin, sondern im Lauf der Zeit sicher mehrere und geht gelegentlich auch mal zu Workshops anderer Dozenten. Man bekommt immer ein Feedback. Da ist man nicht auf eine Einzelmeinung angewiesen.

Lieben Gruß,
Juliane
       
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