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Sivia

Beiträge: 310 Anmeldungsdatum: 06.03.2005 15:33 Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Verfasst am: 18.09.2007 13:40
Titel: Deva Dasis
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Ich hätte gerne mal wieder Euren Rat:
neugierig ( und immer auch ein wenig übermütig ! ) wie ich manchmal so bin, hab ich einen Kurs mit der Thematik "Tanz der Deva Dasis" an der VHS gebucht.
Nun ist der Kurs zwar ab Anfänger ausgeschrieben, aber ich bin ganz gerne ein wenig vornweg informiert über das, auf was ich mich da eingelassen habe
Beim Googeln ist leider nicht soviel dabei rausgekommen, bzw. mein Englisch "greift" da nicht mehr so gut. Bis jetzt hab ich eigentlich nur erfahren, dass es um den Tempeltanz, bzw. dem religiösen Ursprung des indischen Tanzes geht. Ist mir aber zu wenig.
Hat jemand von Euch ne Info Quelle, die mir einen Schritt weiterhilft?
_________________ Es ist nie zu früh und nur selten zu spät!
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Lenajaan

Beiträge: 491 Anmeldungsdatum: 14.09.2005 12:46 Wohnort: Erfurt
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Verfasst am: 19.09.2007 09:28
Titel:
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Sivia

Beiträge: 310 Anmeldungsdatum: 06.03.2005 15:33 Wohnort: Rheinland-Pfalz
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Verfasst am: 19.09.2007 10:35
Titel:
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Hallo Lenajaan,
danke für Deine Tipps.
der WS Deva Dasis soll wohl weniger eine Tanzrichtung als mehr ein WS den Tempeltanz betreffend sein.
Ich pack mal die Kursbeschreinung mit rein:
"Tanz der Deva-Dasis- der göttliche Tanz für Anfänger/innen und Fortgeschrittene
Der jahrtausende alte Tanz der Deva Dasis vermittelt in der Ausführung korrekte Haltung, richtige Handgesten (Mudras), Einhaltung des Rhythmus, energische kraftvolle, graziöse und anmutiger Bewegungen, Sanskrit/Lieder und Mantras, nach denen getanzt wird.Die Dozentin ist Absolventin bei Lalita Devi (Akademie Kalkshetra/Indien)."
Klar werde ich berichten, wie es war!
_________________ Es ist nie zu früh und nur selten zu spät!
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corinnefrey
Beiträge: 7 Anmeldungsdatum: 09.04.2006 17:27
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Verfasst am: 19.09.2007 20:14
Titel: Re: Deva Dasis
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Hallo Silvia,
Kalakshetra ist DIE klassische Schule für Bharata Natyam. Ihre Gründerin (Rukmini Devi) hat massgeblich daran mitgewirkt, dass Bharata Natyam gesellschaftlich wieder akzeptiert war, nachdem er aufgrund verschiedener Umstände ziemlich in Verruf geraten war. Die Devadasis waren zu der Zeit oftmals Prostituierte und ihr Tanz war mehr erotisch als "gott-ergeben. Er war auch eher "nicht extakt" und "nachlässig". Natürlich gab es auch Ausnahmen .
Wenn jemand also den Dasi-Style gelernt hat, dann ist das eher ein negativer Punkt und eine klassische Lehrerin wird zuerst mal viel Mühe darauf verwenden, den Stil der Tänzerin zu korrigieren.
Deiner Ausschreibung nach aber habe ich nicht das Gefühl, dass dieser nachlässige Stil gemeint ist, sondern eher so eine Art Rückführung in viel frühere Zeiten, als die Devadasis noch gesellschaftlich akzeptiert waren und eine gute Stellung hatten. Diese Art zu tanzen ist aber auf jeden Fall eine Rekonstruktion (Vergleiche auch Karana).
Liebe Grüsse,
Corinne
| Sivia hat folgendes geschrieben:: | Ich hätte gerne mal wieder Euren Rat:
neugierig ( und immer auch ein wenig übermütig ! ) wie ich manchmal so bin, hab ich einen Kurs mit der Thematik "Tanz der Deva Dasis" an der VHS gebucht.
Nun ist der Kurs zwar ab Anfänger ausgeschrieben, aber ich bin ganz gerne ein wenig vornweg informiert über das, auf was ich mich da eingelassen habe
Beim Googeln ist leider nicht soviel dabei rausgekommen, bzw. mein Englisch "greift" da nicht mehr so gut. Bis jetzt hab ich eigentlich nur erfahren, dass es um den Tempeltanz, bzw. dem religiösen Ursprung des indischen Tanzes geht. Ist mir aber zu wenig.
Hat jemand von Euch ne Info Quelle, die mir einen Schritt weiterhilft? |
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Madlen
Beiträge: 42 Anmeldungsdatum: 03.04.2006 12:21
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Verfasst am: 29.09.2007 08:13
Titel:
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Ich denke schon, dass nicht der 'nachlässige' Stil der Prostituierten gemeint ist, sondern der klassische Bharata Natyam wie er in den Tempeln getanzt wurde. Die Devadasis sind ja erst mit der britischen Kolonialherrschaft in Verruf geraten, vorher waren es ehrbare und geachtete Frauen, auch wenn sich sich manchmal im Dienste der Tempel 'verkauft' haben.
Ich finde es ist einfach eine schöne Überschrift für den Workshop der Dozentin. Es macht auf jeden Fall neugierig und die Volkshochschulen nehmen auch gern so eine Beschreibung in ihr Programm auf. Für alle die nicht so gut in der Geschichte des indischen Tanzes bewandert sind, wäre der Vermerk 'Bharata Natyam' sicherlich hilfreich gewesen.
_________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
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corinnefrey
Beiträge: 7 Anmeldungsdatum: 09.04.2006 17:27
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Verfasst am: 29.09.2007 23:06
Titel:
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Hi
Der soziale Abstieg der Tänzerinnen hat schon mit der muslimischen Herrschaft angefangen. Der Einfluss und Reichtum der Tempel verringerte sich stark und die neuen Herrscher haben im Tanz weniger göttliches, als eher etwas menschliches gesehen.
Liebe Grüsse,
coco
| Madlen hat folgendes geschrieben:: | Ich denke schon, dass nicht der 'nachlässige' Stil der Prostituierten gemeint ist, sondern der klassische Bharata Natyam wie er in den Tempeln getanzt wurde. Die Devadasis sind ja erst mit der britischen Kolonialherrschaft in Verruf geraten, vorher waren es ehrbare und geachtete Frauen, auch wenn sich sich manchmal im Dienste der Tempel 'verkauft' haben.
Ich finde es ist einfach eine schöne Überschrift für den Workshop der Dozentin. Es macht auf jeden Fall neugierig und die Volkshochschulen nehmen auch gern so eine Beschreibung in ihr Programm auf. Für alle die nicht so gut in der Geschichte des indischen Tanzes bewandert sind, wäre der Vermerk 'Bharata Natyam' sicherlich hilfreich gewesen. |
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Madlen
Beiträge: 42 Anmeldungsdatum: 03.04.2006 12:21
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Verfasst am: 30.09.2007 22:25
Titel:
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Und haben den Tanz und die Kunst sehr gefördert!
Der Kathak erlebte eine richtige Blütezeit unter den muslimischen Herrschern und konnte sich enorm entwickeln und entfalten. Die Bereicherung durch die persischen Einflüsse werden heutzutage von manchen Theoretikern gern verleugnet, oder abgetan (siehe Sunil Kotari), haben aber besonders den Kathak stark geprägt. Viele dieser Einflüsse kann man auch in so manchen Bollywoodfilm sehen: Taj Mahal, Umrao Jaan usw.
Natürlich haben Tänzerinnen durch die Jahrhunderte bis Heute immer einen zweifelhaften Ruf anhaften, aber so schlimm wie zur Kolonialzeit war es bei weitem nicht. Viele Tänzerinnen, Musiker und Dichter wurden von den muslimischen Herrschern (aber auch von den Nawabs und Rajas!) in höchsten Ehren gehalten und gefördert, einige Herrscher waren sogar selbst Dichter und Musiker! (Höfische Tänzerinnen waren allerdings keine Devadasis, diese waren nur den Tempeln vorbehalten.) Die Tänzerinnen die für bestimmte Vergnügunszwecke und für die Unterhaltung ohne Anspruch da waren, nannte man "Nautch-Girls", welche natürlich keinen guten Ruf hatten und das auch schon vor der muslimischen Herrschaft. Erst im 20 Jahrhundert wurde der Tanz wieder gesellschaftsfähig (Madame Menaka sei Dank) und endlich konten sich die Tänzerinnen wieder auf öffentlichen Bühnen präsentieren, ohne dafür geschmäht zu werden.
_________________ Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1577 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 13:16
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Verfasst am: 01.10.2007 04:16
Titel:
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Sivia, bitte erzähl uns dann doch, was Du dann im Workshop effektiv gelernt hast! Würde mich auch interessieren.
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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