Gauri
Beiträge: 582 Anmeldungsdatum: 08.11.2005 19:18 Wohnort: CCAA
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Verfasst am: 26.01.2006 15:01
Titel: ai-Menschenrechtspreis geht nach BANGLADESH!!!
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Ein Thema, das ganz klar "off topic" ist, aber dafuer nicht minder wichtig:
ai-MENSCHENRECHTSPREIS 2005
Feierliche Verleihung in Berlin am 19.03.2006
Der diesjährige Menschenrechtspreis der deutschen Sektion von amnesty international geht an Monira Rahman aus Bangladesch. Die Preisträgerin ist Gründerin der Menschenrechtsorganisation „Acid Survivors Foundation“ (ASF), die Opfer von Säureattentaten betreut und sich für die Ächtung dieser Verbrechen einsetzt. amnesty international vergibt den Menschenrechtspreis 2005 im Rahmen der weltweiten Kampagne „Hinsehen & Handeln – Gewalt gegen Frauen verhindern“. Frau Rahman wird in Begleitung eines Säureopfers nach Deutschland kommen und den Preis bei der ai-Gala am 19. März 2006 im Deutschen Theater in Berlin entgegennehmen.
Die Preisträgerin
Monira Rahman hat sich durch ihren außergewöhnlichen Einsatz für die Opfer von Säureattentaten in Bangladesch in besonderer Weise verdient gemacht. „Blieb den Frauen und Mädchen früher oft nur ein Dahinvegetieren oder der Selbstmord, macht die ASF aus den Opfern von Säureattentaten heute Menschenrechtsverteidigerinnen, die ihr Gesicht bewusst der Öffentlichkeit zeigen, um weitere Verbrechen zu verhindern“, heißt es in der Begründung von ai. Der Sozialarbeiterin war es nie genug, den Opfern von Säureattentaten medizinisch und psychologisch helfen. Stets ging es ihr auch darum, die Öffentlichkeit in Bangladesch über diese Verbrechen aufzuklären. Langfristige Ziele von Frau Rahman und ihrer Organisation sind die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Säureattentätern sowie die Kontrolle des Säureverkaufs.
In Bangladesch wurden seit 2000 weit mehr als 1.000 Frauen und Mädchen Opfer von Säureattentaten. Die Säure – für wenig Geld überall zu kaufen – führt den Opfern schreckliche Verbrennungen zu, entstellt ihre Gesichter und Körper. Die Täter sind immer Männer, ihre Motive unterschiedlich: von sexueller Abweisung bis hin zu Streitigkeiten über Mitgift und Land. Nur etwa zehn Prozent der Fälle kommen vor Gericht. Vielfach einigen sich der Täter und die Familie des Opfers außergerichtlich, oft verhindern korrupte Polizisten und Richter einen Prozess.
Die Opfer von Säureattentaten finden in den zwei Kliniken und dem Rehabilitationszentrum der ASF ärztliche Hilfe sowie eine intensive psychologische und soziale Betreuung. Dort helfen Frauen, die selbst Opfer von Säureattentaten wurden, anderen Frauen und Mädchen, ihr Trauma zu überwinden und ihr Leben neu zu organisieren. Die Stiftung bietet auch juristischen Beistand bei Gerichtsverfahren und hilft den Säureopfern, eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden.
Die Organisation von Monira Rahman sammelt und veröffentlicht Daten über Anzahl, Opfer und Hintergründe von Säureattentaten. Anlässlich des Weltfrauentags 2004 organisierte sie eine Demonstration, bei der 5.000 Männer ihre Abscheu für Säureattentate öffentlich machten. Die Regierung von Bangladesch hat inzwischen die Forderungen der ASF teilweise aufgegriffen, seit 2002 gilt der „Acid Crime Control Act“, der höhere Strafen für Täter von Säureattentaten vorsieht – ein politischer Erfolg für ASF, der sich in der Gesellschaft und vor Gericht aber noch nicht ausreichend widerspiegelt.
Monira Rahman ist sich bewusst, dass Frauen in ihrem Land neben Säureattentaten viele andere Arten von Menschenrechtsverletzungen erleiden. Mit ihrem Kampf gegen die Säureattentate will sie Frauen motivieren, die Öffentlichkeit gegen Verbrechen und Unrecht zu mobilisieren und sich für Veränderungen einzusetzen.
Die feierliche Verleihung des ai-Menschenrechtspreises 2005 findet am 19. März 2006 in Berlin in Anwesenheit von Irene Khan, internationale Generalsekretärin von amnesty international, statt. Zum Programm tragen u.a. KünstlerInnen wie Herbert Grönemeyer, Hélène Grimaud, Dominique Horwitz und "Wir sind Helden" bei. Es moderiert ai-Botschafter Roger Willemsen.
Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr, die Eintrittskarten kosten zwischen 43 Euro und 11 Euro. Die Preisstaffelung entspricht der Staffelung A+ im Deutschen Theater. Vorbestellungen oder Rückfragen bitte per E-Mail an menschenrechtspreis@amnesty.de oder telefonisch unter 030-420248-312.
Quelle: ai Deutschland
weitere Infos zum Thema:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/C215EE8B1113B82DC12570C7004AE479?Open
HP von Acid Survivors in Dhakha : www.acidsurvivors.org
_________________ "ich weiß, daß ich für viele Leute ein Brechmittel bin - Gott Sei Dank - wenigstens etwas...!" (Falco)
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