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Foren-Übersicht Ist das nicht ein schöner Pfeil :-) Kultur, Tradition, Glaube Ist das nicht ein schöner Pfeil :-) In den Spiegel geschaut ...

In den Spiegel geschaut ...


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Peter


Beiträge: 701
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:24
Wohnort: Hessen
Verfasst am: 05.02.2006 15:49
Titel: In den Spiegel geschaut ...
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Hallo in die Runde,

quer denken, gegen den Strom zu schwimmen - ganz einfach um das eigene Ich zu erhalten - das kann man heutzutage von einer Person erwarten, die über den Tellerrand des Springer-Verlages hinausblckt und sich fremden Kulturen zuwendet. Umso mehr, wenn diese Person männlich und das Objekt des Interesses der OT ist. Daher möchte ich Euch einen Aufsatz von Harry nicht vorenthalten,
mit dem er wieder einmal den Finger in eine Wunde gelegt hat, die hierzulande kaum noch wahrgenommen wird.

http://www.zingel-online.de/20060203.htm

Vielleicht habt Ihr ja zum Thema auch etwas anzumerken, ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Grüße,
Peter

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Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil.

Kia trista epoko, en kiu pli facilas detrui atomon ol antaujughon.

Albert Einstein
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Shayana


Beiträge: 201
Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15
Wohnort: Minden
Verfasst am: 05.02.2006 17:20
Titel:
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Hallo Peter!

Hm, wieder mal jemand, der meint, Menschen ohne Religion wären die schlechteren. Durch den Verlust der Religion haben wir unsere Tradition, unsere kulturelle Mitte, gar unsere Heimat verlohren? Das hätte der Verfasser (wer ist das denn überhaupt?) mal ein wenig genauer erklären sollen. Ich halte es für Blödsinn.

Für manche Menschen ist der Glaube persönlich sehr wertvoll. Andererseits ist auch gerade im Namen des Christentums schon viel Blödsinn geschehen. Christen - oder überhaupt Gläubige - sind eben _nicht_ bessere Menschen als die, die einer anderen Religion angehören oder sich "einfach so" an die Prämisse halten: Was Du nicht willst was man dir tu, das füge keinem anderen zu.

Ein Glauben führt gelegentlich dazu, dass die Menschen ihr Gehirn ausschalten, wenn nicht gar ihr Mitgefühl, wenn es ihre Relition fordert, und die "schlechten" Menschen haben eine tolle Begründung dafür, andere zu unterdrücken (sehr gerne ja immer wieder Frauen, und das nicht nur bei den Muslimen...). Und die guten Dinge, die jemand Gläubiges macht, macht der die wirklich nur, weil seine Religion sie erfordert? Macht er es nicht vielleicht ohnehin aus innerem Antrieb, weil er ein gutes Herz hat...? Ich denke, diese Menschen sind unter Gläubigen und Ungläubigen gleich verteilt.

Wenn jemand aus seinem Glauben heraus einen Gewinn für sich zieht, sollte sicher jeder so tolerant sein, ihm diesen Glauben zu lassen. Auch wenn er selber einen anderen hat oder gar keinen. Für jemanden aber, der anderen Menschen schaden oder sie gar töten will - dafür bringe ich nicht das geringste Verständnis auf, auch wenn er dies aus religiösem empfinden tut. Generell muss man Kritik am eigenen Handeln ertragen können - auch wenn man aus religiösen Gründen so handelt...

Ciao, Shayana - nicht gläubig und trotzdem ein netter Kerl icon_wink.gif

PS: Interessanter Artikel zum Thema: http://ibka.org/artikel/miz98/werte.html
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Peter


Beiträge: 701
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:24
Wohnort: Hessen
Verfasst am: 05.02.2006 20:54
Titel:
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Hallo Shayana,

Shayana hat folgendes geschrieben::
Hallo Peter!

Hm, wieder mal jemand, der meint, Menschen ohne Religion wären die schlechteren. Durch den Verlust der Religion haben wir unsere Tradition, unsere kulturelle Mitte, gar unsere Heimat verloren? Das hätte der Verfasser (wer ist das denn überhaupt?) mal ein wenig genauer erklären sollen. Ich halte es für Blödsinn.


Harry ist selbständiger Dozent für Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, hat einen nicht geringen Teil seines Lebens in den Staaten verbracht und zeichnet sich dadurch aus, nicht auf die hierzulande üblichen Denkschemata festgelegt zu sein. Derzeit lebt er in Erfurt. Im Übrigen findet sich auf seinen sehr umfangreichen Seiten (zufälig nicht direkt auf diesem Artikel) ein dem TDG entsprechendes Impressum.

Die Frage, die er aufwirft, ist jedoch nicht die, daß ein guter Mensch unbedingt religiös gebunden sein müsse, dergleichen lese ich bei ihm nirgends. Dagegen findet er die Argumentation, die man in Regierungskreisen zur Rechtfertigung der Karikaturen herbeizerrt, ziemlich daneben: weil es hierzulande üblich ist, Jesus durch den Kakao zu ziehen, müssen es die Muslime auch gut finden, wenn man das mit Mohammed macht. Die Tatsache, daß europäische Christen nicht auf die Straße gehen oder Botschaften anzünden, heißt noch lange nicht, daß die Journaillie nicht auch auf ihren Gefühlen herumtrampelt. Eine Unflätigkeit ist nicht deswegen allgemein hinzunehmen, weil es Menschen gibt, die sie sich gefallen lassen.

Zitat:

Für manche Menschen ist der Glaube persönlich sehr wertvoll. Andererseits ist auch gerade im Namen des Christentums schon viel Blödsinn geschehen. Christen - oder überhaupt Gläubige - sind eben _nicht_ bessere Menschen als die, die einer anderen Religion angehören oder sich "einfach so" an die Prämisse halten: Was Du nicht willst was man dir tu, das füge keinem anderen zu.


Man sollte besser Menschen, die ihren Glauben praktizieren, nicht mit dem jeweiligen Klerus verwechseln, das erleichtert manches. Weder die Kreuzzüge, noch die Inquisition sind mit den Grundsätzen Jesu auch nur im entferntesten vereinbar. Nur leider können weder er noch Mohammed verhindern, daß in ihrem Namen Verbrechen begangen werden.

Zitat:

Ein Glauben führt gelegentlich dazu, dass die Menschen ihr Gehirn ausschalten, wenn nicht gar ihr Mitgefühl, wenn es ihre Religion fordert, und die "schlechten" Menschen haben eine tolle Begründung dafür, andere zu unterdrücken (sehr gerne ja immer wieder Frauen, und das nicht nur bei den Muslimen...). ...


Die neuere deutsche Geschichte zeigt aber, daß das kein Privileg von Religionen ist. Ich bin auch nicht gläubig, daher möchte ich Harrys Beitrag keinesfalls nur auf Religionen bezogen wissen. Freiheit des einen findet ihre Grenzen dort, wo sie die Freiheiten anderer beschneidet. Es ist schlimm, daß man die Kenntnis dieser grundlegenden Regel vom dänischen Regierungschef und vom deutschen Innenminister nicht voraussetzen kann. Daher ist es gut, daß Leute wie Harry darauf öffentlich hinweisen.

Grüße,
Peter

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Shayana


Beiträge: 201
Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15
Wohnort: Minden
Verfasst am: 05.02.2006 21:33
Titel:
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Hallo Peter,

ich interpretiere seine Aussagen durchaus so, dass wir durch unseren verlohrenen religiösen Hintergrund quasi "schlechter dran" sind. Aber gut, anderes Thema icon_wink.gif :

Du meinst also, dass die Freiheit der Islamisten dadurch beschnitten wurde, dass Karrikaturen von Mohammed gezeichnet wurden? Ich finde die Verhälnismässigkeit da etwas seltsam - auf der einen Seite wurden Stiche auf ein Blatt Papier gebracht, auf der anderen Seite werden Massen von Menschen gewalttätig.

Ich habe eben erfahren, dass in Beirut das dänische Konsulat brennt! Solche REaktionen sind durch gar nichts zu rechtfertigen!

Es geht auch überhaupt nicht darum, dass sich die Islamisten von Karrikaturen von Mohammed beleidigt fühlen. Sondern der Kern der Kritik war in erster Linie der, dass es verboten ist, Mohammed überhaupt auf Papier zu bannen. Aber das sind Gesetze die für Islamisten gelten, nicht für uns. Sie haben kein Recht zu kritisieren, dass wir uns nicht an ihre Gesetze halten. Wir essen auch Schweinefleisch und tragen keine Kopftücher, das alles wird akteptiert, aber wenn hier Mohammed gezeichnet wird, bricht brutalster Protest aus...? Wusstest Du, dass diese Bilder schon im September letzten jahres erschienen sind? Wieviel von dem Mob, der jetzt Botschaften anzündet, hat diese Bilder wohl überhaup jemals selber gesehen, sondern wird von Meinungsmachern gelenkt...?

Was in den islamistischen Ländern nun auch wohl so gar nicht verstanden werden kann, ist dass der dänische Ministerpräsident jetzt nicht z.B. einfach die entsprechende Zeitung schliessen kann und die verantwortlichen Redakteure auf die Strasse setzen und gar bestrafen kann. Unsere Meinungs- und Pressefreiheit wurde in den demokratischen Staaten einmal mit viel Einsatz erkämpft. Sie ist eine große Errungenschaft, genauso wie die Trennung von Staat und Kirche, die dort auch nicht nachvollzogen werden kann. Wir dürfen uns die Grenze unsere Pressefreiheit nicht von totalitären Regimen und Religionen aufzwingen lassen, auch nicht nach dem Motto: wenn heftige Reaktionen zu erwarten sind, lassen wir die Kritik mal lieber (denn damit beugen wir uns schon im Vorfeld der Gewalt).

Und vor allem: die darstellten Bilder - die Verbindung in unseren Gedanken von Islam und Gewalt - kommen ja nicht von ungefähr! Das (unsere diesbezügliche Kritik und unsere Angst) darf doch nicht unter den TEppich gekehrt werden, weil die Darstellung Mohammeds im islamischen Glauben verboten ist.

Der Verfasser meint also, weil sich ein Christ nicht über Jesus-Karrikaturen aufregt, ist er so unsensibel, dies auch von anderen Gläubigen zu verlangen. Ich finde, das "aufregen" ist nicht das Problem: wahrscheinlich wird es auch kein gläubiger Christ gut finden, wenn Jesus "durch den Kakao" gezogen wird. Der große und gewaltige Unterschied ist aber, dass er deshalb keine Häuser anzünden wird... Und gerade die islamistischen Länder sind wirklich nicht "pingelig" mit Kritik am christlichen Glauben. Da brannten auch schon mal Kreuze, was ich persönlich ein wenig schlimmer finde...

Puh, ich reagiere da langsam etwas heftiger, denn das Thema macht mir mehr und mehr Angst...!

Viele Grüße, Shayana
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Shayana


Beiträge: 201
Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15
Wohnort: Minden
Verfasst am: 05.02.2006 21:41
Titel:
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Der Artikel gibt ganz gut meine Meinung wieder:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398876,00.html
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Patricia


Beiträge: 159
Anmeldungsdatum: 16.01.2005 02:04
Wohnort: Hannover
Verfasst am: 05.02.2006 22:18
Titel:
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bindafuer.gif @shayana

Ich seh das auch so.
Was da gerade passiert, steht in keinem Verhältnis mehr und ist durch keine Argumentation zu rechtfertigen...

Ich bin im übrigen ein gläubiger und spiritueller Mensch.

Liebe Grüße
Patricia

_________________
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.
(Korinther 6, 19)
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azadeh


Beiträge: 211
Anmeldungsdatum: 25.08.2005 22:54
Wohnort: schweiz
Verfasst am: 05.02.2006 22:51
Titel:
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Patricia hat folgendes geschrieben::
bindafuer.gif @shayana

Ich seh das auch so.
Was da gerade passiert, steht in keinem Verhältnis mehr und ist durch keine Argumentation zu rechtfertigen...


Ich schliesse mich an! Wenn ich daran denke, wieviel mehr Rechte die steinewerfenden, häuseranzündenen Männer verletzen, bin ich einfach nur noch wütend. Vor allem verletzen diese sehr oft auch religiöse Gefühle anderer Religionsangehöriger - aber das ist ihnen ja sowas von egal! Aber kaum ist mal etwas in Westeuropa nicht in ihrem Sinn, wird protestiert - auf menschenverachtende Weise.
Und durch die ganze Sache spukt mir immer wieder das Gespräch vor zwei Jahren mit einem Sohn einer befreundeten (seit 20 Jahren fundamentalistischen) Familie in Istanbul durch den Kopf.
Er wetterte u.a gegen das komische Buch der Christen, das man zerreissen sollte. Als ich ihm sagte, dass dieses Buch nicht komisch, sondern das heilige Buch der Christen sei, ebenso wie der Koran das heilige Buch der Muslime ist, tat er es einfach so mit einer Handbewegung ab und wetterte weiter. Als ich wiederholte und sagte, dass ich an dieses komische Buch glaube und ich von ihm ebenso viel Respekt erwarte, wie ich ihm und seinem Glauben entgegenbringe, hörte er zwar auf zu meckern, aber man sah ihm deutlich an, dass er immer noch nicht begriff.

Zum Glück ist das die einzig wirklich fundamentale Familie, die ich kenne. Alle anderen sind respektvoll gegenüber anderen Menschen, egal welcher Couleur!

_________________
liebe grüsse
azadeh
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Peter


Beiträge: 701
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:24
Wohnort: Hessen
Verfasst am: 05.02.2006 23:44
Titel:
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Hallo in die Runde,

das Abbrennen von Botschaften wäre, wie Harry mittlerweile im BWL-Boten schreibt, schlichtweg ein Kriegsgrund, weil es nicht ohne Duldung der dortigen Ordnungskräfte möglich ist.

Wer Mohamed mit einer Bombe im Turban zeichnet, setzt ihn und den Islam mit den Fundamentalisten gleich - genausogut könnte man Jesus oder den jetzigen Papst zeigen, wie er Feuer an einen mittelalterlichen Scheiterhaufen legt. Mag sein, daß auch dazu der dänische Ministerpräsident die Schultern gezuckt hätte.

Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, man sollte es nicht mit einem Freibrief für Verantwortungslosigkeit verwechseln.

Grüße,
Peter

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Shayana


Beiträge: 201
Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15
Wohnort: Minden
Verfasst am: 06.02.2006 01:36
Titel:
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Peter hat folgendes geschrieben::
Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, man sollte es nicht mit einem Freibrief für Verantwortungslosigkeit verwechseln.


Hallo Peter,

was meinst Du denn nun genau mit Verantwortungslosigkeit? Das Risiko, den Hass der Islamisten auf sich zu ziehen? Dann frage noch mal: wo kommen wir hin, wenn wir uns die Grenzen unsere Pressefreiheit von totalitären Regimen bestimmen lassen, aus Angst vor ihrer Rache?

In der Tat, unsere Pressefreiheit ist ein hohes Gut, eins der höchsten zur Aufrecherhaltung unserer Demokratie, und mit Blutzoll errungen. Und natürlich hat diese Pressefreiheit Grenzen, aber die sind gerichtlich überprüfbar, nach rechsstaatlichen Grundsätzen. Die Karrikatur der Dänen mag geschmacklos und verletzend sein für manchen - aber sie ist definitiv nach dänischer Rechtssprechung nicht ungesetzlich. Dänemark muss sich von einem islamistischen Land nicht vorschreiben lassen, wie es mit _seiner_ Meinungsfreiheit umzugehen hat. Genau wie jedes andere Land sich nicht in _seine_ Rechtssprechung reinreden lassen muss, solange es keine Menschenrechte verletzt.

Und hier wurde kein Menschenrecht verletzt, hier wurden lediglich Menschen getroffen, die keine Kritik vertragen und die nicht einsehen wollen, dass ihre religösen Regeln nicht für andere gelten.

Ein strenggläubiger Moslem fühlt sich durch eine Abbildung Mohameds provoziert - er fühlt sich auch provoziert (und auch aus religiösen Gründen) durch den Anblick von Haaren und Haut einer Frau (so sehr, dass Frauen im Islam für dieses ein "Vergehen" hart bestraft werden). Soll ich deshalb demnächst in _meinem_ Land aus Rücksicht auf die hier lebenden Moslems verschleiert auf die Strasse gehen...?

Grüße und gute Nacht, Shayana
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ursulayka


Beiträge: 99
Anmeldungsdatum: 06.01.2005 19:19
Wohnort: westerwald
Verfasst am: 06.02.2006 07:56
Titel:
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Pressefreiheit um jeden Preis ist sehr gefährlich.

Bedenkt einmal wie Opfer von Entführungen oder anderen Gewalttaten im Namen der Pressefreiheit verletzt und gedemütigt werden, vor Jahren als der Reisebus entführt wurde hat das Auftreten der Journalisten die Polizei an der Rettung der Geiseln gehindert.
Auch wenn man die Reaktionen auf die Karikaturen nicht entschuldigen kann, so gebietet der Respekt vor fremden Kulturen etwas mehr Feinfühligkeit.
Ganz davon abgesehen, daß ich einen Zeitpunkt wie diesen, wenn sich westliche Geiseln in der Hand islamischer Fundamentalisten befinden für sehr schlecht halte,solche Karikaturen zu veröffentlichen.

Auch der, der die Pressefreiheit lauthals für sich einfordert, trägt eine Verantwortung für das, was er druckt.
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Shayana


Beiträge: 201
Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15
Wohnort: Minden
Verfasst am: 06.02.2006 10:20
Titel:
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Ich muss gestehen, ich weiss nicht mehr ob und welche Geiseln sich im September gerade in der Hand israelischer Extremisten befunden haben. Aber anscheinend muss man dann ja wohl sowieso ständig damit rechnen... Darf ein Staat sich dadurch erpressen lassen...?

Glaubst Du wirklich, dass diese Extremisten so furchtbar verletzt sind dadurch, dass sich andere Völker nicht an ihre islamistischen Regeln halten? Ich fürchte vielmehr, dies wurden als willkommener Anlass genommen, wurde instrumentalisiert um den Hass gegen den Westen zu schüren, bzw. ein Ventil dafür zu suchen und Macht zu demonstrieren. Und zwar von Leuten, denen das irgendwie gut in den Kram passt. Wo hatten der Mob wohl auf einmal die ganzen dänischen Flaggen her, die so telegen verbrannt wurden?

Journalisten, die sich auf der Jagd nach einer Story benehmen wie sie wollen und gar Menschen in Gefahr bringen handeln ungesetzlich, mit Pressefreiheit hat das in meinen Augen nichts zu tun. Pressefreiheit heisst, in Medien auf Mißstände hinweisen zu dürfen ohne das es vom Staat unterbunden wird. Und die Mißständie, auf die hier durch das Mittel der Karikatur hingewiesen wurde, sind doch wirklich eindeutig...
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ursulayka


Beiträge: 99
Anmeldungsdatum: 06.01.2005 19:19
Wohnort: westerwald
Verfasst am: 07.02.2006 18:44
Titel:
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Shayana hat folgendes geschrieben::
Ich fürchte vielmehr, dies wurden als willkommener Anlass genommen, wurde instrumentalisiert um den Hass gegen den Westen zu schüren, bzw. ein Ventil dafür zu suchen und Macht zu demonstrieren. Und zwar von Leuten, denen das irgendwie gut in den Kram passt. Wo hatten der Mob wohl auf einmal die ganzen dänischen Flaggen her, die so telegen verbrannt wurden?


Da hast du Recht.Das Problem ist nur, denen ( auch auf unserer Seite Aufwiegelnden)
nicht auf den Leim zu gehen, und alle Muslime zu verteufeln.
Denn dann haben beide Seiten ihr Ziel erreicht und das ins Feuer gegossene Öl kan sich weiter entzünden.
Wenn der Westen nicht dermaßen arrogant seinen Krieg gegen den IraK durchgeführt hätte, wäre diese Saat auf wesentlich unfruchtbareren Boden gefallen.
Und nun, können diese Ausschreitungen wunderbar gebraucht werden, um einen neuen Krieg gegen Irak/Syrien/Sudan.....zu führen.

Denn auch auf Westlicher Seite paßt das Einigen sehr gut in den Kram.....

Arme Welt!


Zuletzt bearbeitet von ursulayka am 09.02.2006 02:03, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Peter


Beiträge: 701
Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:24
Wohnort: Hessen
Verfasst am: 10.02.2006 13:50
Titel:
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Langsam lichtet sich der Nebel:
aus dem Zusammenhang gerissen und dreist gelogen

Hallo in die Runde,

bei tagesschau.de http://www.tagesschau.de/thema/0,1186,OID5209304_NAV_REF1,00.html
findet man (derzeit) einige interessante Informationen darüber, die Rückschlüsse auf die Hintergründe der um sich greifenden Krawalle zulassen. Damit klärt sich auch die Frage, warum diese Karikaturen mit einer Zeitverzögerung von vier Monaten gerade in dem Moment aufgegriffen wurden, als sich auch Rußland und China bereitfanden, das iranische Atomprogramm im Sicherheitsrat zu behandeln. Diesbezüglich ist das Interview mit Robert Gernhardt, dem Gründer der Satirezeitschrift "Titanic" interessant, er gibt aber auch eine gute Erläuterung des Begriffes "Satire":

Robert Gernhardt hat folgendes geschrieben::

Bei uns gab es in den 20er Jahren ein Reichsgerichtsurteil, das die Sache gut auf den Punkt bringt. Es besagt: Die Satire hat eine gewisse Sonderrolle. Sie darf übertreiben, denn der Käufer eines satirischen Produkts weiß, worauf er sich einlässt. Mittels einer gewissen Intelligenzleistung kann er die Übertreibung der Satire erkennen und zum Kern der Darstellung vorstoßen.


Auch wenn Harry´s und meine Gedanken nunmehr überholt sind, halte ich die Diskussion im Nachhinein nicht für gegenstandslos. Offensichtlich wird die Tatsache, daß die mittlerweile generell leichtköstige Informationsweise in Dreizeilern nicht den Bedürfnissen gerecht wird. In welchem Zusammenhang diese Karikaturen erschienen waren, ist mithin nicht erst seit heute bekannt ...

Grüße,
Peter

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dadi
Troll

Beiträge: 7
Anmeldungsdatum: 07.03.2006 04:11
Wohnort: Zug, Schweiz
Verfasst am: 19.03.2006 00:44
Titel:
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Hallo Zusammen!


Da es mein erster Beitrag hier ist erstmals kurz zu meiner Person. Bin selbst ein Mix aus mehreren Ländern (4) und als Muslima geboren. Ich praktiziere den Glauben nicht nach vorgegebenen Regeln sondern habe meinen eigenen Weg mit Gott entwickelt. Meine Mutter ist Atheistin mein Vater Moslem durch diese Ehe gab es bei uns zu Hause sehr oft Diskusionen dadurch konnte sich auch mein Vater, der geprägt war durch die falschen Interpretationen des Koran in seiner Kindheit, lösen.
Dazu könnt ich noch tonnenweise Erzählen icon_lol.gif

Nun zurück zum Hauptthema.

1. Hab ich nicht alle Beiträge gelesen und will einfach mal so meine Ansicht mitteilen ist hoffentlich okay so.

Ich fühle mich betroffen von den Bildern. Pressefreiheit ja klar aber immer mit gebührendem Respekt gegenüber Rassen und Religionen. Solche Bilder schüren gegenseitigen Hass.
Jedes Jahr werden mehrere Künstler hier in Europa angeklagt da sie Bilder oder Statuen veröffentlichen die nicht den Christentum respektieren. zb. Fotos einer nackten Frau die am Kreuz hängt. Wieso dürfen wir dann die Mohammed Karikaturen nicht verurteilen weil in Europa eine Pressefreiheit herrscht? icon_confused.gif

In welchem Land wird heute noch Pressefreiheit praktiziert? Ich glaube nicht an eine Pressefreiheit die gab es meiner Meinung nach nie und wird es nie geben. Es richtet sich alles nach der Politik und deren Interessen.

Ich verurteile ebenso alle Menschen die sich sehr Agressiv in Ihrer Betroffenheit ausdrücken.

Liebe Grüsse
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Gast




Verfasst am: 19.03.2006 16:43
Titel:
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dadi hat folgendes geschrieben::
Solche Bilder schüren gegenseitigen Hass.


Hallo Dadi,

da hast Du recht, und ich denke, das war auch von dieser Zeitung so beabsichtigt. Die sind rechtsextrem eingestellt und wollten mit Absicht zwischen den Einwanderern in Dänemark und den Einheimischen Hass schüren. Daß sich das international so ausbreiten würde, konnte keiner ahnen.

Im Prinzip hat der Plan ja auch funktioniert. Die Reaktion war absolut vorauszusehen. Die Angst vor dem Islam hat in Westeuropa wieder neue Nahrung bekommen, und damit haben solche rechtsextremen Gruppierungen wieder bei einigen Leuten an Boden gewonnen. Genau das wollten die. Ohne Rücksicht auf Verluste.

Schlimm finde ich, daß man nun in den islamischen Ländern glaubt, daß wir Europäer alle so drauf sind. Da kann man sagen was man will. Die glauben uns garnichts mehr.

Liebe Grüße,

Juliane
       
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