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Lenajaan

Beiträge: 491 Anmeldungsdatum: 14.09.2005 12:46 Wohnort: Erfurt
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Verfasst am: 25.05.2006 12:18
Titel: Schade!
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Es ist schon manchmal verwunderlich,
was die Leute sich so einfallen lassen...
Wir hatten eine Dozentin - eine gute Tänzerin!- kennen gelernt und es versucht, mit ihr Unterricht zu organisieren - "versucht", weil sie Tamil ist, in Deutschland nur seit vorkurzem und hat ein entsprechendes Menthalität.
Es entstand eine Pause im Unterricht und später erfuhren wir, dass sie doch irgendwo unterrichtete, nur die Leute es geheim hielten.
Damit die Anderen ja nicht voran kommen?
Die Dozentin sprach kein Deutsch und verhielt sich sonnst sehr "anders".
So entsteht vielleicht ein "Geheimtipp" - die Leute lernen sogar "heimlich"!
Ich wundere mich sehr!
Es ist schade darum, dass der Unterricht nicht vortgesetzt wurde, und dass sie nicht mehr tanzt - es hätte viel gebracht.
Ist euch auch so etwas bekannt, "Geheimtipp"-Situation?
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Gauri
Beiträge: 582 Anmeldungsdatum: 08.11.2005 18:18 Wohnort: CCAA
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Verfasst am: 25.05.2006 16:52
Titel: Schade!?
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Hi Lenajaan,
bitte beschreib doch mal das Verhalten der Dozentin ein bißchen "genauer", ja?
DANKE!
Gauri
_________________ "ich weiß, daß ich für viele Leute ein Brechmittel bin - Gott Sei Dank - wenigstens etwas...!" (Falco)
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Lenajaan

Beiträge: 491 Anmeldungsdatum: 14.09.2005 12:46 Wohnort: Erfurt
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Verfasst am: 28.05.2006 13:00
Titel:
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Nun, erstens sie war jung. Das muss man einfach sagen (etwas über 20). Sehr gebildet.
Sprach kein Deutsch (und machte keine Versuche in die Richtung), sondern so ähnlich wie English. - Die Schülerinnen waren in English nicht sehr erfolgreich.
Also, musste jemand übersetzen.
Sie kannte ihre Schülerinnen nicht bei Nahmen (und es waren nicht viele)- auch nach Wochen und Monaten nicht.
Der klassische Tanz ist schwierig, die Schülerinnen klagten über die Belastung der Gelenke - sie sind es gewohnt, Aufwärmeübungen u.ä. vorerst zu machen.
Es gab auch keine Motivation großartig - sie lernten und basta, kein Gespräch oder mehr noch - Veranstaltungen - gemeinsam.
Trotzdem wollten die Schülerinnen vorankommen.
Sie war dem Tanz ergeben - da war ihre Seele. Wenn sie tanzte, hielten die Zuschauer den Atem an. - Die Schülerinnen sahen sie allerdings nur ein mal tanzen - sie hat selbst nirgendwohin eingeladen.
Deswegen gestaltete sich die Zusammenarbeit nicht immer einfach.
Ich denke, nicht alle Tänzer sind Kommunikationsgenies.
Und nicht alle Tänzer sind in Richtung Organisation, PR oder Geschäft begabt.
Ich hoffe, wir können trotzdem bei uns bald eine Vortbildungsmöglichkeit in diese Tanzrichtung anbieten.
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1577 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 13:16
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Verfasst am: 29.05.2006 05:59
Titel:
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Soweit ich das erfahren habe, ist Aufwärmen eine westliche Idee
Ich war mal eine weile in einer tamilischen Tanzklasse (alle andern waren um die 10 Jahre alt und nur halb so gross wie ich ). Da wurde auch immer gleich voll losgetanzt. Wobei das bei Kindern wohl noch besser geht.
Klassisch indischer Tanz ist anstrengend, und es sollte genau erklärt werden, wie man stehen und sich bewegen muss. Aber wenn dieses Wissen fehlt, kann man es auch nicht weitergeben...
Hier ist es so, dass die tamilischen Tanzschulen untereinander einen jährlichen Wettbewerb mit diversen Levels veranstalten. Wahrscheinlich gibt es sowas in Deutschland auch - aber dazu muss man natürlich mit andern LehrerInnen vernetzt sein.
Ich denke, in dem geschilderten Fall war es vor allem die Sprach-Barriere, die vieles schwierig machte. Wenn Du Dich nicht gut ausdrücken kannst oder nicht verstanden wirst, bist Du auch nicht so motiviert, viel zu reden...
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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Lenajaan

Beiträge: 491 Anmeldungsdatum: 14.09.2005 12:46 Wohnort: Erfurt
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Verfasst am: 30.05.2006 10:08
Titel:
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Ich hatte auch meine Erfahrungen mit den Lehrerinnen - Inderinnen gemacht.
Und ich habe es überlebt.
Tatsächlich ist der Aufbau von Unterricht grundsätzlich anders.
Ich denke auch, dass die Schüler etwas anders drauf sind.
Was mir auffält, - nich unbedingt im Bezug auf die Geschichte oben - dass die Sachen, die generell schwierig sind und wirklich viel Training erforden, deswegen schwer zu vermitteln sind, weil das Ergebnis nicht so schnell zu erwarten ist und dann ein Kommentar kommt "Ich habe kein Spaß mehr".
Und das ist auch schade. Der "Spaß" wird hier etwas später kommen - zuerst muss man viel investieren: Geduld, Zeit, Nerv und was auch immer.
Es tanzte bei uns mal Uma Murali Krishna - den Kuchipudi. Sie war wie eine Devi!
Ich bewundere diesen "Zustand" (so würde ich es nennen), in dem sie sich befand, während sie tanzte. Es existierte nichts anderes um sie herum - nur was sie erschuff, und was die Gruppe, die sie begleitete - Sänger und Musiker - vollbrachten. Und das war vollkommen.
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Gauri
Beiträge: 582 Anmeldungsdatum: 08.11.2005 18:18 Wohnort: CCAA
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Verfasst am: 30.05.2006 15:43
Titel: indische Tanzlehrerinnen
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Hi Lenajaan und Hi Meissoun,
also zunächst einmal gibt es in Deutschland - meines Wissens - keine richtigen Wettbewerbe der indischen Tanzschulen...
Es gibt allerdings häufig zwischen kleinen - indischen - Unterrichtsgruppen innerhalb einer Stadt einen gewissen gewissen Wettbewerb, der besonders bei großen indischen Festen ausgelebt wird....
Das liegt zum einen daran, daß das Level hier in Deutschland, was das Erlernen des indischen Tanzes angeht, nicht gerade "hoch" ist. Besonders in den indischen Gemeinden tanzen meist Kinder, die auch von den Eltern einem hohen Erwartungs-Druck ausgesetzt werden und die neben Schule, Musik-Klassen, anderen sportlichen Aktivitäten so ganz nebenbei - am besten auf dem Level einer Smt Malavika Sarukkai - klassichen Tanz erlernen sollen!!
Dabei müßte man wissen, daß in Indien dagegen ein tägliches Training von mindestens zwei Stunden angesetzt wird, während hier meist nur einmal die Woche trainiert wird.
Ich selbst habe vor ein paar Wochen die indische Kinderklasse einer Freundin übernommen und mir haben bisher schon sechs Eltern deutlich gesagt, daß ich die dort unterrichteten Choreographien woanders nicht zu unterrichten habe!
Ich kann da jetzt nur eine Ferndiagnose stellen, aber vielleicht hat man an Deine tamilischen Lehrerin in der anderen Gruppe, wo sie unterrichtete, ähnliche Anforderungen gestellt???
Es ist korrekt, daß der Unterricht in Indien ganz anderen Regeln folgt, wobei mehrere meiner Lehrerinnen ein gutes sehr yoga-inspiriertes Aufwärmprogramm angeboten haben.
Beispielsweise wird in Indien eine Choreographie innerhalt einer Gruppe erst weiter unterrichtet, wenn alle Tänzerinnen das bis dahin Gelernte auf einem einheitlich guten Niveau tanzen. Dies setzt das Übernehmen von Verantwortung des Einzelnen für die Gruppe und die Schule voraus....
Es gab bei uns zusätzlich einen Konditionsunterricht, alle zwei Tage nachmittags... zwei Stunden, bei der eine Lehrerin oder ein weiter fortgeschrittener Schüler vorne saß, einen bestimmten Grundschritt sagte, der von allen dann 100 x in einer bestimmten Geschwindigkeit gemacht werden sollte... wen jemand aufgab oder nicht mehr konnte, mußten alle SchülerInnen wieder von vorne bei "1" anfangen...ein für westliche SchülerInnen doch sehr seltsamer Ansatz, ich weiß... doch im Nachhinein hat sich diese Art des Unterrichts doch bei mir mehr als bezahlt gemacht.
Evtl solltest Du berücksichtigen, daß man auch in Indien sagt, daß nicht jede gute Tänzerin auf der Bühne auch eine gute Lehrerin abgibt und umgekehrt?!
Was die Erwartungshaltung deutscher bzw. westlicher SchülerInnen im Unterricht angeht, so habe ich mich genau darüber noch vor ein paar Tagen mit einer Odissi-Tänzerin aus New York unterhalten. Wir waren beide der Auffassung, daß "hier" zu schnell ein Erfolg gewünscht wird, ohne groß etwas dafür einbringen zu wollen.
Genau die Beschwerden über die Belastung der Gelenke hat sie auch erwähnt, ebenso wie der Wunsch, doch superschnell auf die Bühne zu gehen.
In meinen Klassen mit deutschen SchülerInnen hier merke ich oft - nicht immer - das hier wirklich zwei Welten aufeinander prallen, nämlich der Wunsch möglichst ohne großen Aufwand, selbst das Schwitzen scheint verpönt zu sein, "was indisches" zu lernen...
Vielleicht ist es für uns Westler doch realtiv schwierig, auch diesen Zustand, den Lenajaan bei der Kuchipudi-Tänzerin beschrieben hat, zu erreichen. Dies wird ja im allgemeinen als der wünschenswerte Zustand einer klassischen indischen Tänzerin beschrieben - wird aber sicherlich nicht mit einem Training einmal die Woche erreicht werden, sondern setzt ein tägliches mehrstündiges Üben voraus....
Vielleicht hat die tamilische Lehrerin dies auch vorausgesetzt (Mentalität?) und wurde durch das Verhalten der deutschen SchülerInnen enttäuscht und durch die zusätzliche Sprachbarriere "behindert"?
Warum habt Ihr sie nicht gefragt?! Ich meine, irgendwie habt Ihr die tamilische Dame ja auch zu Eurem Unterricht eingeladen?!
Gauri
_________________ "ich weiß, daß ich für viele Leute ein Brechmittel bin - Gott Sei Dank - wenigstens etwas...!" (Falco)
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Lenajaan

Beiträge: 491 Anmeldungsdatum: 14.09.2005 12:46 Wohnort: Erfurt
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Verfasst am: 01.06.2006 10:15
Titel:
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Nun, sie sprach auch etwas Deutsch.
- Aber auf der Straße.
Ich denke, sie war einfach zu kurz hier und konnte die Leute nicht so richtig verstehen, wollte auch nicht unbedingt viel kommunizieren und verkehrte nur unter Indern.
Was mich aber aufgeregt hat - ist die Tatsache eher, dass eine ihrer Schülerinnen auf meine Bitte sich nach der Pause um den Unterricht zu kümmern - am besten in Zentrum der Stadt (die Räumlichkeiten gab es), uns darüber nicht informiert hat, dass es weiter läuft.
Soche Zustände: "Du darfst die Choreos nicht woanders unterrichten" haben wir noch nicht erreicht .
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1577 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 13:16
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Verfasst am: 01.06.2006 11:51
Titel:
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Also ich bin hier mal eine Weile lang in eine tamilische Tanzschule gegangen. Das liegt jetzt nicht mehr drin, weil's am Sonntag ist und ich da meist unterwegs bin.
Wer will, kann ja mal lesen, ich hab da meine Eindrücke geschildert...
http://www.meissoun.ch/tamil.htm
MEISSOUN
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