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Selena Imeldi

Beiträge: 246 Anmeldungsdatum: 07.08.2007 12:16 Wohnort: Bonn
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Verfasst am: 31.01.2008 15:12
Titel: Kenntnis der orientalischen Kultur für Bauchtanz notwendig?
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Ich habe mal eine provokante Frage:
Muss man sich als "Bauchtänzerin" unbedingt mit orientalischen Kulturen auskennen?
Ausgelöst wurde dies von Reyhans Kommentar in einem anderen Zusammenhang:
| Zitat: | | "Wer in der Tradition bleiben möchte, sollte die Mentalität und zumind. rudimentär die Sprache beherrschen! Da gibt es schon bestimmte Dinge, die "gut kommen" aber voll daneben gehen können, wenn Tänzerin nicht wirklich weiß was sie tut." |
Ich kann weder Arabisch, Farsi oder Türkisch, und habe auch noch nicht mal andeutungsweise Interesse daran, diese Sprachen zu lernen.
Um einen Einwand gleich vorweg zu nehmen: Wenn ich z.B. auf einer marokkanischen Hochzeit tanzen sollte, würde ich mich natürlich im Vorfeld über bestimmte Gepflogenheiten informieren, aber andererseits dem Organisator auch sagen, dass ich keine Orientalin bin.
Es gab ja schon einige Diskussionen über die Vermischung von Tanzstilen. Aber die Aussagen "man muss wissen, was man tut" finde ich ein wenig zu oberflächlich. Ich finde, ich muss mich nicht zwangsweise tiefgehend mit der Kultur beschäftigen, um tanzen zu können/zu dürfen. Bei Fantasie-Tänzen (beim nächsten Auftritt mache ich bei einem Meerjungfrauen-Tanz mit) kann man nicht wirklich Hintergründe erschließen, aber trotdem einen feinen Tanz kreieren.
Auf die Gefahr hin, dass ich von allen Seiten Hiebe kassiere: Ich mache "Bauchtanz", weil ich es als Sport und Kunstform schön finde. Ich mische gerne verschiedene Stile zusammen, tanze aber auch Folkloristisches.
Da ich mich eher dem Tribal zugehörig fühle, denke ich, dass das auch legitim ist.
Wie steht ihr dazu?
_________________ Stamm Baghira - die mit den Ohren!
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Reyhan
Beiträge: 630 Anmeldungsdatum: 20.09.2004 15:42
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Verfasst am: 31.01.2008 15:23
Titel:
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Hallo,
wie Du richtig sagst "Bauchtanz" - nicht orientalischer....oder was auch immer.
Bauchtanz brauch und hat als Wort keinen kulturellen Bezug.
Grüße
Reyhan
Ach, im Übrigen glaube ich kaum dass man engagiert wird weil man "Orientalin" ist und das alleine hieße ja auch nichts über tänzerische und andere Qualitäten.
Ich kenne mich im deutschen Brauchtum auch nicht besonders aus....
_________________ www.studio-orienta.de
www.bauchtanzschulefrankfurt.de
www.reyhan.de
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1578 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:16
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Verfasst am: 31.01.2008 15:59
Titel:
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Ich glaube auch nicht, dass man die Sprachen sprechen/verstehen muss.
Aber ein gewisses kulturelles Grundinteresse ist schon Voraussetzung.
Das kann sich auf verschiedene Weise zeigen, z.B. indem man in Länder des Mittleren Ostens reist und sich da mal umschaut, wie die Leute leben.
Das ist doch einfach ganz allgemein bereichernd und spannend!
Du kannst doch schlecht sagen: "Ich mach Eurern Tanz, aber Eure Kultur ist mir schnurzegal". Schliesslich ist der Tanz ein Teil der Kultur und mit ihr gewachsen.
Ich für meinen Teil habe einfach selber das Bedürfnis zu verstehen, was ich mache.
Deswegen brauch ich aber kein Hochschulstudium in Orientalistik (oder wie das dann auch immer heisst).
Mehr so "für den Hausgebrauch", damit man nicht wie ein totaler Depp dasteht.
Letzthin illustrierte mir eine Tänzerin, wie sehr sie in Unwissenheit gehalten worden war von ihrer Lehrerin so: "Ich kam da in den Workshop und fragte: Wer ist Melaya?"
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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Bauchtanz
Beiträge: 852 Anmeldungsdatum: 26.08.2005 10:22
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Verfasst am: 31.01.2008 20:18
Titel:
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Hallo Zusammen,
Ihr seid als Künstlerinnen bebucht und mußst bestimmt nicht erst ein Referat über die orientalische Kultur halten. Nun der Orient ist gut verbreitet und Kulturell ist in Kairo bestimmt einiges Anders als in Kabul. Nun da wir meistens in Deutschland underen Raqs Saki vorführen (selbst Comedy) und auch diese Orientalen hier in der BRD die Künstlerin buchen ist es eher zweitrangig. Nun ist es aber soooo das Ich sehr NEUGIERIG bin und sich eher mit der Geschichte des orientalischen Tanzes auseinander setzen wie die meisten bestimmt hier. Aber auch interessiert sind an der Kultur des jewaligen Landes(Auftraggeber)
Wir sind nur mal halt alle Neugierig und möchtwen von der jewaligen Kultur viel erfahren.
Aber wie gesagt wir sind gebucht um zu Tanzen. !!!!!!
Gruß
Christine
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Verfasst am: 31.01.2008 21:44
Titel:
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Ehrlich gesagt kann ich mir gar nicht vorstellen, wie man orientalischen Tanz praktizieren kann, ohne sich für das Drumherum zu interessieren. Bei mir war das Interesse am Orient schon in der Kindheit geweckt, angefangen hat es mit arabischen Pferden - und ich wollte direkt mehr haben: die Schrift schreiben und lesen können, die Musik hören, Bücher über arabische Länder lesen, als Schülerin hab ich die Landkarte von Saudi-Arabien mal fast auswendig gekonnt (ebenso wie die Stammbäume von ein paar arabischen Pferden ). Dann habe ich mit dem Tanzen angefangen und wollte wissen, um was es in den Liedern geht, da hat mir mein uraltes Wörterbuch nicht mehr gereicht und es musste ein Sprachkurs her. Reisen in arabische Länder ließ sich schließlich auch nciht mehr vermeiden - und ich habe alles genossen und ich würde was vermissen, hätte ich mit all dem nicht beschäftigt! Ich würde mich beim Tanzen ohne diese ganzen Erfahrungen bestimmt auch viel unsicherer fühlen. Also - man kann nie genug wissen! Es macht doch auch Spaß...
Viele Grüße
Ulrike
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Nagaan

Beiträge: 1074 Anmeldungsdatum: 26.06.2006 16:52
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Verfasst am: 31.01.2008 23:07
Titel:
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Also das Wissen über die Kultur MUSS gegeben sein!
Dat wär ja so als würde jemand Derwisch "Tanz" oder Indisch(bharata Natyam) oder irgendein anderen Tempeltanz Tanzen udn glaubt dabei nicht an die Höheren Mächte?
Mann sollte schon wissen woher diese Tanzart kommt, wie die Kultur im Mittleren Osten ist! Mann muss nicht die sprache können, aber einige Know Hows über Kultur ist PFLICHT!
Aber wie du schon sagtest, man lernt eh dazu und beschäftigt sich automatisch mit dem Fach Orient wenn man Orientalsich Tanzt!
Aber kurz und Bündig; Ja man muss Kulturelle Hintergründe kennen um Orientalsich zu Tanzen!(Nicht falsch verstehen, man muss nicht alles wissen)
Z.B Wie leben dort die Menschen, wie Feiern sie, welche STellung hat der Tanz in den Ländern, gibbet Unterschiede des Tanzen bei den Jeweiligen Ländern, Was darf man aufjedenfall nicht machen, was ist Pflicht beim Tanzen nach land xy und Z)
AUßerdem verträte ich die Meinu´ng das Orientalinnen die Gefühle des OT besser hervorbringen udn besser Tanzen können als Westlcihe Tänzerinnen "Sie haben es im Blut"
Sie wachsen mit der Art von Musik auf, und im Orient wird eh mehr aus der Hüfte und Becken getantzt!
Lg
Musti
_________________
Mylene hat gewonnen!!!!!!!!!!!
NRJ Awards Best Album
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Buzephalus

Beiträge: 130 Anmeldungsdatum: 30.08.2007 23:16 Wohnort: Bonn
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Verfasst am: 01.02.2008 00:33
Titel:
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Natürlich kann es nicht schaden, ein wenig über die Kultur zu wissen, und wenn der Tanz der Grund ist, sich mit anderen Kulturen auseinander zu setzen, ist das eine tolle Sache.
Ich bin aber ebenfalls der Meinung, dass eine solche Kenntnis nicht zwingend notwendig ist. Es gibt „den“ orientalischen Tanz ebenso wenig, wie es „die“ orientalische Kultur gibt, und wenn man orientalischen Tanz betreibt, dann kann das nur einen bestimmten Teil der Tänze abdecken, die im orientalischen Raum getanzt werden. Wir sprechen hier von einer Gegend, die von Marokko bis Usbekistan reicht – wenn man Indien noch dazu rechnen will sogar noch weiter. In diesem Gebiet leben unzählige Völker mit zahllosen Sprachen, Religionen und kulturellen Besonderheiten. Wer kann da schon wirklich behaupten, Fachmann für den Orient zu sein? Was in Algerien üblich ist, muss im Libanon längst nicht mehr gelten, und im Iran ist es vielleicht wieder ganz anders. Ich finde es kurzsichtig, hier von einem „Panorientalismus“ auszugehen. Man behauptet ja auch nicht, umfassender Kenner europäischer Tänze zu sein, wenn man Flamenco beherrscht.
Religiöse Tänze kann man meiner Meinung nach tatsächlich auch ohne den dazugehörigen Hintergrund tanzen, und ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte.
Ich finde es zudem albern, einen Unterschied zwischen „Bauchtanz“und „orientalischem Tanz“ zu machen. Auch wenn manche den Begriff Bauchtanz vielleicht nicht mögen, aber es meint doch in der Umgangssprache dasselbe, und das eine hat nicht mehr Anrecht auf Authentizität als das andere.
_________________ Stumpfus trumpfus est!
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Lina

Beiträge: 265 Anmeldungsdatum: 02.09.2004 12:17
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Verfasst am: 01.02.2008 01:21
Titel:
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Hm...
Meiner Meinung nach kommt es darauf an, wo man hin will.
Wir alle fangen ja mit "Bauchtanz" an und haben zu dieser Zeit auch die Vorstellung, dass "Bauchtanz" superorientalisch ist.
Wenn man Hobbybauchtänzerin bleiben möchte und das eher als Sport ansieht, ist Hintergrundwissen nicht unbedingt nötig.
Möchte man sich jedoch irgendwann als professionelle Tänzerin verkaufen, finde ich, dass dazu weitaus mehr gehört als ein Schleiertanz und ein Stocktanz im Repertoire. Und spätestens dann merkt man, dass es unerlässlich wird, sich zumindest ansatzweise mit der Kultur zu beschäftigen.
Weiterhin finde ich, dass der Tanz an sich an einer Europäerin wenig orientalisch ist, wenn sie sich nicht von der Kultur und den Menschen inspirieren lässt.
Eben deswegen würde ich im Deutschen schon etwas zwischen Bauchtanz und Orientalischem Tanz differenzieren (auch wenn Onkel Heinz von Nebenan unter beiden dasselbe verstehen könnte, da er eben nichts anderes orientalisches kennt als Bauchtanz), da nach meinem Verständnis unter Orientalischer Tanz viel mehr fällt als unter den Begriff Bauchtanz. Orientalischer Tanz ist für mich auch beispielsweise Khalleegi, was jedoch wiederum wenig mit Bauchtanz zu tun hat. Insofern ist Bauchtanz nur ein kleiner Teil des Orientalischen Tanzes. (Obwohl raqs sharqi im arabischen wirklich eher nur Bauchtanz bezeichnet und für Folklore andere Begriffe verwendet werden)
Liebe Grüsse
LINA
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1578 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:16
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Verfasst am: 01.02.2008 07:22
Titel:
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| Nagaan hat folgendes geschrieben:: | | Dat wär ja so als würde jemand Derwisch "Tanz" oder Indisch(bharata Natyam) oder irgendein anderen Tempeltanz Tanzen udn glaubt dabei nicht an die Höheren Mächte? |
Einspruch. Ich tanze seit 10 Jahren Bharata Natyam, bin aber überzeugte Atheistin.
Nur weil man einen klassischen indischen Tanz praktiziert, braucht man nicht gleich zum Hinduismus zu konvertieren.
Aber man muss die Götter und ihre Geschichten kennen und natürlich auch was über die indische Kultur, die Rhythmen usw. Man kann die getanzten Göttergeschichten aber auch als Tanztheater wiedergeben, ohne an Shiva, Laxmi usw. tatsächlich zu glauben.
| Nagaan hat folgendes geschrieben:: | AUßerdem verträte ich die Meinu´ng das Orientalinnen die Gefühle des OT besser hervorbringen udn besser Tanzen können als Westlcihe Tänzerinnen "Sie haben es im Blut"
Sie wachsen mit der Art von Musik auf, und im Orient wird eh mehr aus der Hüfte und Becken getantzt! |
Naja DIESE Diskussion hatten wir hier ja auch schon einige Mal!
Die "Blut"-Theorie möchte ich mal bestreiten, während dem ich dem "sie wachsen damit auf" durchaus zustimme. Wobei ich ja auch schon Fälle gesehen habe, wo das alles nix genutzt hat... Es gibt im Orient auch Leute, die einfach kein Musikgefühl und zwei linke Füsse (oder Hüften) haben!
Und z.B. im Salsa wird übrigens auch mit den Hüften getanzt
Was das kulturelle Wissen angeht, das bekommen sie natürlich automatisch mit - aber ich wage mal zu behaupten, dass Orientalinnen ohne weitere Zusatzausbildung auch nicht alle Rhythmen benennen können! Da gibt es nämlich noch Spezialwissen über den Tanz, und das kann muss man lernen, da hilft kein Blut und keine Muttermilch!
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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Bauchtanz
Beiträge: 852 Anmeldungsdatum: 26.08.2005 10:22
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Verfasst am: 01.02.2008 08:52
Titel:
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@Naagan,
das Orientaler den Raqs Shaki besser beherrschen als die Europärer warge ich zu bezweifeln.Es bibt auch beim OT überall auf der Welt die besonderen Perlen des OT zu finden.
Es gibt auch Orientaler und auch Euroäer die keinerlei Rythmus im Blut haben.
Beispiele:
Zu den Topjodlern gehört auch TAKEO ISCHI
Eine an der Violine ist Top (Eine Asiatin)
im OT finden wir auch undere Größen.
Wie die Niederänderin (die bei der WOO aufgetreten ist Gala letzte Performance)
Gruß
Christine
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1578 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:16
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Verfasst am: 01.02.2008 12:09
Titel:
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Interessant wäre jetzt zu erfahren, wieviel ein japanischer Jodler über die alpenländische Kultur weiss!
Und ob ein chinesischer Star-Pianist auch Mozartkugeln futtert?
Wer asiatische Kampfsportarten lernt, wird doch auch mit kulturellen Infos über das jeweilige Land beglückt, oder? Zumindest müssen Judokas japanische Ausdrücke für die Würfe lernen.
In der Tango-Gemeinde finden sich viele Leute, die irgendwann mal in Argentinien waren oder das noch vorhaben. Zumindest steht bei sicher allen davon, die schon etwas länger tanzen, ein Buch über Tango im Schrank (bei mir auch).
Ich finde es schade, wenn man einen Tanz/Sport/Musik etc. total vom Herkunftsland abspalten will.
Es ist doch schön und bereichernd, sich mich anderen Kulturen zu beschäftigen.
Das sollte eigentlich auch ein Bedürfnis und nicht ein Zwang sein.
Wer orientalisch tanzt (und seit wann soll Bauchtanz jetzt plötzlich kein Raqs Sharqi mehr sein???), aber nichts vom Orient wissen will, sollte vielleicht lieber in einen Jazztanz-Kurs...
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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MellanyAmar

Beiträge: 1212 Anmeldungsdatum: 05.07.2004 12:47 Wohnort: Frankfurt
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Verfasst am: 01.02.2008 13:12
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Hallo, Ihr Lieben,
einige Punkte, die mir jetzt wichtig erscheinen aufgreifend:
Ich unterscheide nicht zwischen Bauchtanz und orientalischem Tanz. Wer mehr Selbstbewußtsein aus der Differenzierung zwischen diesen beiden Begriffen und der Abwertung des Wortes "Bauchtanz" ziehen möchte, mag das tun, der Normalbürger wird aber mit "Bauchtanz" immer mehr anfangen können als mit "orientalischem Tanz". Allerdings würde ich dem auch immer noch die Folklore gegenüberstellen. Diese Unterscheidung finde ich viel wichtiger und interessanter.
Ich finde entsprechendes Hintergrundwissen, ganz persönlich betrachtet, sehr wichtig und auch interessant. Wenn ich als Tänzerin nur für westliches Publikum tanze, mag das nicht ganz so relevant sein, aber laßt mal einen einzigen Türken oder Araber zufällig im Publikum sitzen und der Auftritt kann ganz schnell peinlich enden.
ls Dozentin fände ich es außerdem einfach nur beschämend, wenn ich nicht weiß, was ich tue, woher es kommt und was es soll (auch bei Fantasietänzen gibt es eine Entwicklung, die wenigsten erfinden das Rad neu).
Und ganz ehrlich, auch wenn ich nicht arabisch sprechen oder lesen kann - ich wünschte, ich könnte es! Wenn ich mehr Zeit zur Verfügung hätte, ich wäre sofort dabei. Ich finde das Verstehen der Texte, zu denen ich tanze, zumindestens dem Inhalt nach mehr als wichtig. Und das geht natürlich am besten über die Beherrschung der Sprache.
Liebe Grüße,
Melanie
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Nagaan

Beiträge: 1074 Anmeldungsdatum: 26.06.2006 16:52
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Verfasst am: 01.02.2008 13:58
Titel:
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Hi Meissoun!
Also ich meinte das nur weil es ja im Bharata Natyam "meistens" um Religöse Themen geht oder?Kann mich ja auch irren!
Ich finds halt sehr fremd da man über höhere Mächte zelebriert und dabei nicht an sie glaubt! Das ist mir sehr fremd, vielleicht auch ist das der Grund weshalb es mir so komisch vorkommt!
Da mn ja mit hingabe die Götter usw. anpreist, aber ich behaupte mal das man diese Hingabe aus anderen Zweigen holen kann, denn e sgibbet ja auch verschiedene Arten von Hingabe oder?
Aber ich verurteile niemanden der Atheist, CHrist oder sonst was ist, bitte nicht falsch verstehen!
Ja die Diskussion wer tantzt besser hatten wir glaub ich x mal, ich hätte dazuschreiben sollen, was ich meinte das sie damit aufwachsen!
Was die Rhythmen angeht gebe ich dir recht! Ich wollte halt nur sagen das sie mit dieser art von Tanz bzw. Musik schon aufwachsen, aber kein garantie für Erfolg!
Ws Kulturellen Hintergrund heißt, wie ich oben gesgat habe sollte man wissen was sich in der KUltur gehört und nicht, wenn man Orientalisch Tanzt!
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Mylene hat gewonnen!!!!!!!!!!!
NRJ Awards Best Album
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Irina

Beiträge: 161 Anmeldungsdatum: 02.05.2007 16:13 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 01.02.2008 14:36
Titel:
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Ich finde auch, daß es irgendwie darauf ankommt, wo man mit seinem Tanz hin will. Soll heißen, als professionelle Tänzerin und/oder Dozentin ist ein größtmögliches Hintergrundwissen unumgänglich.
Wenn ich Bauch- oder orientalischen Tanz nur als Hobby betreibe, muß ich dagegen selbst wissen, inwieweit ich mich mit der Kultur beschäftige. Allerdings denke ich doch: je mehr, desto besser.
Aber gerade als Schülerin im Hobbybereich geht's mir so, daß ich im Unterricht immer gerne mehr über den Hintergrund eines Tanzes wissen möchte, über die Musik, Instrumente, warum man wann was macht. Einiges bekomme ich im Unterricht schon mit, aber man muß sich da halt auch selbst informieren, weil es der Lehrerin im Unterricht eben nicht immer möglich ist, darauf genau einzugehen. Und außerdem interessiert's da leider auch nicht jede Schülerin.
Leider muß ich gestehen, daß ich bisher noch nicht mal in einem Ursprungsland des OT war (Ägypten fände ich zwar schonmal toll, aber irgendwie verschlägt's mich in meinen Urlauben immer nach England). Ich kann auch nicht behaupten, daß ich mich großartig mit der orientalischen Kultur auskennen oder gar identifizieren würde - trotzdem ist natürlich ein grundsätzliches Interesse für das was ich tanze, da.
Mehr kann ich mich eigentlich mit dem Tribal identifizieren. Hier wird auf vieles zurückgegriffen, was eine lange Tradition hat und was u.U. natürlich auch Hintergrundwissen erfordert. Trotzdem ist Tribal eine ultramoderne westliche Erfindung, bei der - mehr oder weniger undogmatisch - alles erlaubt ist. Hier kann ich mich den Tanz irgendwie ungezwungener annähern.
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Nagaan

Beiträge: 1074 Anmeldungsdatum: 26.06.2006 16:52
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Verfasst am: 01.02.2008 14:59
Titel:
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| Bauchtanz hat folgendes geschrieben:: | @Naagan,
das Orientaler den Raqs Shaki besser beherrschen als die Europärer warge ich zu bezweifeln.Es bibt auch beim OT überall auf der Welt die besonderen Perlen des OT zu finden.
Es gibt auch Orientaler und auch Euroäer die keinerlei Rythmus im Blut haben.
Beispiele:
Zu den Topjodlern gehört auch TAKEO ISCHI
Eine an der Violine ist Top (Eine Asiatin)
im OT finden wir auch undere Größen.
Wie die Niederänderin (die bei der WOO aufgetreten ist Gala letzte Performance)
Gruß
Christine |
Ja asunahmen gibbet! Gucke mal mein Post etwas oben!
was die Niederländerin angeht, war das nicht Gonda?
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Mylene hat gewonnen!!!!!!!!!!!
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Salma Parvaneh

Beiträge: 816 Anmeldungsdatum: 29.09.2005 17:32
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Verfasst am: 01.02.2008 16:15
Titel:
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Hi!
doch, ich finde, dass man ein Hintergrundwissen haben MUSS!
Ein schönes Bespiel wäre da ein Lied von einer Hakim-Cd...da singt er so schön: La illa'a el allah, mohamad rasull'alla usw. (sieht blöd aus in Normalschrift, oder?)
Da meinte doch neulich eine Freundin von mir, dass sie das gern als Animation nehmen wollte.
Ich hab dann erst mal geschluckt-und? Fällt euch was auf? Da hätte sich der syrische Restaurantbesitzer aber gefreut, oder?
Auch ein Stocktanz zum Masmoudi finde ich "herzallerliebst" oder ein schönes Tänzchen zu "Wahastiny" (ich habe dich vermisst) mit einem blöden Barbielächeln auf den Lippen. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich wen vermisse, und zwar so sehr, wie es Sterne am Himmel gibt, dann sieht mein Gesicht aber anders aus.
Auch finde ich nie verkehrt, wenn man ein paar Worte versteht (damit meine ich jetzt nicht 6 Monate arabisch im VHS-Kurs, sondern lediglich Eckpfeiler wie hawa, hob, habibi usw.).
Man muss ja nicht gleich zum Islam konvertieren, die ganze Wohnung in ein Beduinenzelt verwandeln und nur noch in der Tagine kochen, aber früher oder später kommt man als O-Tänzerin auch mit Orientalen in Kontakt. Ich finde es nur höflich und anständig, wenn man dann etwas passendes präsentiert, sich in den Rhythmen auskennt und weiß, welches Lied und welche Bekleidung dazu passt.
Ansonsten empfinde ich es als Kulturvergewaltigung oder als "Gewollt und nicht gekonnt"
Komisch, in anderen ethnologischen Tanzformen ist das nie eine Frage....aber sei's drum, muss ja jede(r) selbst wissen, inwiefern er bei manchen Themen in die Tiefe gehen will-jede(r) so, wie er/sie sich dabei wohl fühlt.
ich fühl mich ohne Hintergrundwissen jedenfalls NICHT wohl
LG
Salma
_________________ Möge der Morgen dir duften wie Jasmin!
Möge der Morgen dir leuchten!
Möge der Morgen dir Glück bringen!
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Irina

Beiträge: 161 Anmeldungsdatum: 02.05.2007 16:13 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 01.02.2008 16:32
Titel:
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| Salma Parvaneh hat folgendes geschrieben:: |
Auch ein Stocktanz zum Masmoudi finde ich "herzallerliebst" oder ein schönes Tänzchen zu "Wahastiny" (ich habe dich vermisst) mit einem blöden Barbielächeln auf den Lippen. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ich wen vermisse, und zwar so sehr, wie es Sterne am Himmel gibt, dann sieht mein Gesicht aber anders aus.
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Stimmt schon, wenn man sich nicht gnadenlos blamieren will, ist es echt angebracht, zu wissen, zu was man das Bein schwingt - oder die Hüfte.
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MEISSOUN
Bollywood-Mod

Beiträge: 1578 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 14:16
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Verfasst am: 01.02.2008 16:43
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| Salma Parvaneh hat folgendes geschrieben:: | | Man muss ja nicht gleich zum Islam konvertieren, |
Was dem Tanz sowieso eher hinderlich wäre - denn dann würden wir nicht mehr vor fremden Männern auftreten dürfen
Im Libanon sind übrigens viele der Tänzerinnen einheimische Christinnen.
| Salma Parvaneh hat folgendes geschrieben:: | | Komisch, in anderen ethnologischen Tanzformen ist das nie eine Frage.... |
Genau. Als Willow Chang hier war und einen Hula-Workshop unterrichtet hat, wurde nicht gleich mit tanzen losgelegt. Erst hat sie mal eine halbe Stunde lang was über die hawaiianische Kultur im allgemeinen und die Tradition des Hula im Besonderen erzählt.
Ich finde sowas wichtig, weil sonst wird alles zu einem beliebigen Brei.
Musti, von wegen Göttergeschichten: Sowas nennt sich Schauspielerei! Das Darstellen von Inhalten/Personen/Rollen, die von Deiner eigenen abweichen.
Mann muss sich ja auf der Bühne auch nicht echt in den andern Schauspieler verlieben, um das darstellen zu können.
Und eben, man kann es auch einfach als Geschichte tanzen, in der man von einem Gott und seinen Taten erzählt. Den gläubigen Verehrer kann ich spielen, ohne selbst zu glauben.
MEISSOUN
_________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
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Shayana

Beiträge: 201 Anmeldungsdatum: 28.08.2005 20:15 Wohnort: Minden
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Verfasst am: 01.02.2008 17:03
Titel:
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Hi,
nein, ich finde nicht, dass man unbedingt die Kultur kennen muss um orientalisch tanzen zu können. Manche Kentnisse sind sehr hilfreich, um zu erklären, warum etwas auf eine bestimmte Art und Weise getanzt wird. Damit bringt man es in der Regel auch besser rüber. Das gleiche gilt natürlich für Textverständnis. Die Tanztechnik an sich kann man jedoch ohne jegliche Kentnisse der Kultur lernen.
Allerdigns bilde ich mir als Deutsche auch nicht ein, eine Orientalin kopieren zu können und ich will es auch nicht. Ich tanze hier und tue das fast ausschließlich vor Deutschen, da muss ich auch überlegen, welchen Aufwand ich eigentlich treiben will, falls da mal zufällig ein Türke oder Ägypter im Publikum sitzt. Onkel Otto freut sich beispielsweise über einen Stocktanz im Zweiteiler genauso wie über einen im Kleid.
Gerade in den orientalsichen Ländern ist das Ansehen von Tänzerinnen ja auch nicht gerade gut - und auch einiges anderes gefällt mir an der Kultur einfach nicht. Ich "kaufe" mit dem Orientalsichen Tanz ja nicht das "Komplett-Paket", genauso wie ich kein Amerika-Fan sein muss um Square-Dance zu machen.
Ich bemühe mich, wie gesagt, lasse mir Texte übersetzen wenn möglich etc., aber leider sind auch die Lehrerinnen, die einem selbstverständlich hilfreiche Infos über Hintergründe vermitteln, eher dünn gesäät.
Grüsse
Shayana
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tivolinda

Beiträge: 77 Anmeldungsdatum: 23.07.2007 12:24
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Verfasst am: 02.02.2008 00:42
Titel:
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Ich glaube ganz ehrlich, das es vielen Orientalen selber teilweise ziemlich egal ist, ob man als Tänzerin viel über Hintergründe weiß. Ich glaube nicht mal, dass Einheimische die meisten Rhythmen benennen können. Klar, wenn man orientalisches Fachpublikum da hat, könnte es ohne Hintergrundwissen schon peinlich werden, aber ansonsten eigentlich nicht.
Ich kann da jetzt von meinen Aufenthalten erzählen. Ich habe zugegebenermaßen keine großartige Ahnung, ich kenne die wichtigsten Grundrhythmen und strahle Freude beim tanzen aus. Und mit meinen insgesamt 2 Jahren Tanzerfahrung kann und weiß ich mehr als meine Familie aus Syrien (übrigens Christen).
Ich werde auch kein Arabisch mehr lernen. Meine paar Brocken, schön und gut, aber wenn ich nicht einen völlig unpassenden Ausdruck haben will, lass ich mir die Texte halt übersetzen, dazu muss ich selber die Sprache nicht können.
Hintergrundwissen ist toll und kann nur bereichern (wobei ich Rhythmen usw. eigentlich auch nicht als Hintergrund- sondern als Basiswissen bezeichnen möchte), aber dieses "Man muss aber..." finde ich einfach übertrieben.
Liebe Grüße von einer mit zumindest halbarabischen Blut (darf ich mir darauf jetzt was einbilden? )
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