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Bambi Sahab

Beiträge: 153 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 16:32 Wohnort: Heidelberg
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Verfasst am: 04.05.2005 16:57
Titel: Marrakech für Abenteurerinnen
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MARRAKECH FÜR ABENTEURERINNEN ... BERICHT EINER REISE IN DIE "ROTE PERLE" SÜDMAROKKOS
Die Vorgeschichte:
Ziemlich überrascht war ich im November letzten Jahres, als ich einen Anruf von Dagmar Rummel, die als Veranstalterin für Tanzreisen vor allem in die Türkei, jedoch auch nach Ägypten, unter dem Namen "Tara Travel" bekannt ist. Da ich eine von "Dagmars Dozentinnen" bin und wir häufiger miteinander telefonieren, war der Anruf an sich nichts Ungewöhnliches, aber ich fiel aus allen Wolken als Dagmar mich fragte, ob ich denn nicht Lust hätte mit einer Gruppe von Frauen als Reiseleiterin und Dozentin in den Osterferien 2005 nach Marrakech zu reisen. Es wären schon über 10 Interessentinnen da, ich müsste nur noch ja sagen. Und das tat ich natürlich![/b]
Die Vorgeschichte ist, dass ich vorher schon mehrmals mit einer kleinen Gruppe von Leuten ein reizendes Haus, ein Riad (Lichthof) in der Medina, der arabischen Altstadt, gemietet hatte. Schon beim ersten Mal lernten wir in unserem "Darb", so heißen die kleinen Altstadt-Sackgassen, unsere netten marokkanischen Nachbarn kennen und bekamen dadurch von Marokko weitaus mehr mit, als der normale Pauschaltourist im Hotel. Und immer hielt ich auch Tanzstunden; die Nachbarn, neugierig eine deutsche Oriental-Tänzerin zu sehen, veranstalteten ein rauschendes Fest in ihrem Riad, auf welchem ich auftrat. Und von diesen Erlebnissen hatte ich bei einer Tanzreise mit Tara Travel in die Türkei den Teilnehmerinnen vorgeschwärmt; Veronika aus Innsbruck war davon so inspiriert, dass sie zuhause ihre Tanzgruppe überredete, sich für eine Reise mit mir anzumelden, flugs schlug sie Dagmar vor mich wegen Marrakech zu fragen und so flog ich am 22. März dieses Jahres mit 12 Frauen aus Österreich über München nach Agadir.
Wohnen in Marrakech
In Agadir wurden wir am Flughafen von einem Bus zum Transfer nach Marrakech erwartet und es lagen zunächst einmal 4 Stunden Fahrt durch Marokkos Süden vor uns. Abends staubig, müde aber glücklich in Marrakechs Medina angekommen, verteilten wir uns auf die Zimmerchen der beiden nebeneinanderliegenden Riads, die wir gemietet hatten und es gab erstmal ein großes "Oh wie wunderschön", "Fantastisch", "Wie süß", etc. aus allen Ecken zu hören, denn die Häuser im landestypischen Bausstil bestechen durch die Schönheit ihrer buntgekachelten Innenhöfe, der reichlichen Dekoration durch große blaue Pflannzenkübel mit z.B. einem duftenden Orangenbäumchen, dem entzückenden Interieur in Form von kleinen Tischchen und Schränkchen, Messinglampen und Fenstern aus farbigem Glas und der ganz besonderen Atmosphäre, die einen umfängt, wenn man aus der staubigen Hitze der Stadt hinter den dicken Mauern eines marokkanischen Riads Schutz findet.
Ein Abendessen in einem schönen, leider aber etwas überteuerten Restaurant in der Medina bot den Teilnehmerinnen Gelegenheit Dagmar und mich kennen zu lernen und einen ersten Eindruck vom Tun und Treiben in der Altstadt zu erhaschen. Gleich am nächsten Vormittag hatten wir die erste von insgesamt 10, auf 5 Tage verteilten Tanzstunden; als Thema hatten die Teilnehmerinnen Baladi und eine Saidi-Choreografie mit Zimbeln ausgewählt. Bei der Vorstellung, wie wohl unsere Bodengymnastik mit 14 auf dem gekachelten Innenhof auf Decken sich dehnenden Frauen von der darüber liegenden Galerie aus, die zum Glück nur uns und unseren beiden schottischen Vermietern zugänglich war, wirken könnte, lachten wir alle herzlich und in den kommenden Tagen wurden von dieser Szene einige Fotos geschossen!
Marrakech[/b]
Und nach dem Unterricht waren natürlich alle ganz neugierig endlich raus zu kommen und die berühmten Sehenswürdigkeiten dieser, wegen der Farbe ihrer Stadtmauern, als "rote Perle des Südens" bekannten, zweitältesten Königsstadt Marokkos zu erkunden.
Marrakech wird nach Fes in vielen Reiseführern als die schönste Stadt Marokkos beschrieben. Und immerhin hat das Land seinen Namen von dieser Stadt: "Marokko" leitet sich von "Marrakech" ab! Marrakech spiegelt die ganze Vielfalt des orientalischen Lebens wider, auch in seiner Gegensätzlichkeit. Zitat aus dem (sehr empfehlenswerten" Know-How-Reiseführer "Agadir, Marrakech und Südmarokko": "In Marrakech ist die Welt versammelt reiche, elegant gekleidete Marokkaner, junge Mädchen in Minirock, Jeans oder Kaftan, Bettler, Gaukler, selbsternannte Führer, Marktschreier, Handwerker, Wasserverkäufer und Nomaden aus der Wüste neben kamerabehängten Touristengruppen. In der Hitze der Innenstadt pulsiert das Leben..."
Und wir mittendrin! Da unsere Adresse im Suqviertel (die Suqs von Marrakech sind die größten des Landes) lag, waren wir kaum nach verlassen unseres Darb schon im Viertel der Holzschnitzer und Wollfärber angelangt, weiter ging es durch den Suq der Kupferschmiede zum Djemaa El Fna, einem großen Platz, der zweifellos zu den größten Attraktionen gehört, da auf ihm von morgens bis abends stets etwas Interessantes zu sehen ist und man nicht müde wird, z.B. von der Terasse eines der rings um gelegenen Cafes das Tun und Treiben zu beobachten. Mit dem Gang zu diesem zentral gelegenen Platz hatte ich den Teilnehmerinnen sozusagen einen ersten Überblick verschafft und wollte damit auch zeigen, dass manssich mit etwas Mut und einer gesunden Portion Vorsicht, ganz gut alleine in den Suqs zurechtfinden kann, wenn man sich den Weg vom Platz nach Hause einprägt und nicht in dunkle Gassen abbiegt.
Und so waren wir in den nächsten Tagen nach dem Tanzunterricht zwar ständig alle auf Achse, aber durchaus nicht immer zusammen unterwegs um so wunderbare Gebäude wie die Medersa Ben Yussef, eine alte Koranschule, die Kutubiya-Moschee, ein Wahrzeichen der Stadt, den Palais de Bahia und weitere Paläste und die darin untergebrachten Museen und vieles weitere zu sehen. Unvergessen werden uns aber auch unsere Gruppenausflüge bleiben, z.B. eine Kutschfahrt zum Jardin Majorelle, einem der zauberhaften Gärten Marrakechs, oder unser Trip außerhalb der Stadt ins 70 km entfernte Ourika-Tal, welches uns mit seinen blühenden Bäumen und plätschernden Wassern nach mehrtägigem Stadtaufenthalt Herz und Seele bei unserem einzigen Ganztagesausflug erfrischte.
Tänzerinnen
Einen interessanten Abend verbrachten wir in einem Club/Restaurant in der Neustadt Marrakechs im "Le Comptoir", welches scheinbar unter dem Namen Paris/Marrakech eine Filiale in Paris hat. Trotz der hohen Preise wollten wir diesen Ort unbedingt besuchen, da marokkanische Oriental-Tänzerinnen angekündigt waren, die von uns natürlich mit besonderer Spannung erwartet wurden. Das Interieur des riesigen Restaurants war traumhaft, die Kellnerinnen in figurschmeichelnde, asiatisch anmutende Kaftan/Hose -Kombinationen aus schönen Stoffen gekleidet, das Essen war wirklich exzellent und seinen Preis wert. ..
... Tja, ich weiß, das ist gemein, aber ich muß mich hier unterbrechen und die Fortsetzung mit Beschreibung der Tänzerinnen auf morgen verschieben, da ich jetzt dringend weg muß und dieser Text so endlos lang ist. Aber ich melde mich wieder und poste den Rest AUF JEDEN FALL...
Liebe Grüße und schönen Abend sendet, bzw. wünscht
Bambi[/b]
_________________ Herzliche Grüße an alle LeserInnen ... and Happy Hips ... Bambi Sahab * TARAB, Zentrum für Orientalischen Tanz * D-69115 Heidelberg
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Bambi Sahab

Beiträge: 153 Anmeldungsdatum: 15.02.2004 16:32 Wohnort: Heidelberg
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Verfasst am: 06.05.2005 12:40
Titel:
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Hier die angekündigte Fortsetzung meines Reiseberichts:
... Einen interessanten Abend verbrachten wir in einem Club/Restaurant in der Neustadt Marrakechs, im "Le Comptoir", welches scheinbar unter dem Namen Paris/
arrakech auch eine Filiale in Paris hat. Trotz der hohen Preise wollten wir diesen Ort unbedingt besuchen, da marokkanische Oriental-Tänzerinnen angekündigt waren, die von uns natürlich mit besonderer Spannung erwartet wurden. Das Interieur des riesigen Restaurants war traumhaft, die Kellnerinnen infigurschneichelnde, asiatisch anmutende Kaftan/Hose-Kombinationen aus schönen Stoffen gekleidet, das Essen war wirklich exzellent und seinen Preis wert. Es gab maghrebinische Live-Musik und Gesang zur Einstimmung auf die Tanzdarbietungen und dann kamen sie - nein, nicht eine Tänzerin und nach ihrem Auftritt vielleicht eine weitere, wie wir es sonst kennen, eine wahre Flut von Tänzerinnen wurde gleichzeitig auf uns losgelassen! Zunächst bewegten sich - und das wirkte zu Beginn sehr geheimnisvoll und interessant - einige etwas ältere und fülligere Frauen in geschlossenen Kleidern mit Kerzentabletts auf den Köpfen durch das Lokal und diese tanzten mit relativ gemessenen Bewegungen auch weiter als die quirligen Bauchtänzerinnen kamen. Wir waren völlig überwältigt: jedoch weniger wegen der Tanzkünste der, sehr jungen (es fiel wirklich auf, dass die Tänzerinnen mit den Kerzentabletts deutlich älter waren, deshalb habe ich das vorhin so hervor gehoben) und meist auch sehr sehr schlanken Tänzerinnen, sondern mehr, weil man nicht mehr wusste, wo man hinschauen sollte. Ich glaube, wir hatten gleichzeitig 6 oder 7 verschiedene Tänzerinnen die in verschiedenen Ecken des Raumes in dem wir saßen (und das iokal ist sehr weitläufig und hat mehrere Räume) jeweils ihre eigene Interpretation der Musik vom Band tanzten. Zwei von ihnen fielen durch ausgefeiltere Bewegungen und ein gutes Gefühl für die Musik auf, aber die meisten tanzten ziemlich hektisch und so kam kein besonderer Genuss auf. Und nach 20 Minuten verschwanden alle gleichzeitig so plötzlich wie sie gekommen waren und ließen uns etwas verdattert zurück! Ya Allah!
Die meisten unserer Gruppe brachen dann auf und nur Sibylle und ich blieben zurück, denn wir hatten die Location mittlerweile etwas erkundet und in Erfahrung gebracht, dass es einen Club mit Oriental-Lounge-Music im Obergeschoß gab und hier auch nach 24.00 Uhr nochmal eine Tänzerin auftreten sollte.
Tja, was soll ich sagen? Die Musik war schon toll und das Ambiente ein Traum wie aus 1001 Nächten, aber es wirkte seltsam unlebendig und starr, was größtenteils damit zusammenhing, dass sich als Gäste wohl nur die obercoolsten, bzw. die die sich dafür hielten, der ganzen Stadt eingefunden hatten: 75% Touristen aller Nationalitäten und 25 % reiche junge Marokkaner und Marokkanierinnen, die einen auf superlässig machten und über die später auftretenden Tänzerinnen ablästerten! Ätzend! Einige bewegten sich verhalten auf der Tanzfläche und wir retteten unseren Aufenthalt weil wir ebenfalls tanzten, denn wir wollten das beste für uns aus dem Abend machen. Und tatsächlich kam dann auch die angekündigte Tänzerin: blutjung, wir schätzten zwischen 16 und 18 Jahren maximal, geschmackvolles Kostüm, sehr sehr sexy aufgemacht und tänzerisch eher auf Anmache der anwesenden Männer programmiert, die natürlich grölten wie im Bierzelt und sie, vorallem als sie sich im Backbent auf die Tische sinken ließ, auch befummelten. Es war kein schönes Erlebnis. Und dann kam sozusagen der absolute Höhepunkt mit einer noch jüngeren Tänzerin, ein halbes Kind noch, maximal 16 war sie, die sehr schön tanzte und eine wirklich gelungene Show ablieferte und auch etwas distanzierter blieb als ihre Vorgängerin ... trotzdem, so ein "junges Ding" gehörte um diese Uhrzeit definitiv nicht an so einen Ort mit Typen, die sie soooooo anstarrten ... wir fühlten uns unwohl und waren angewidert von der Atmosphäre!
Dafür wurde unser eigenes Tanzfest, welchs gleichzeitig auch das Abschlußfest war, ein voller Erfolg. Dagmar hatte sich darum gekümmert ein Ensemble von 3 Musikern nebst einer Tänzerin zu engagieren, die zu uns ins gemietete Haus kommen sollten, und wir waren, vor allem nach unserer Erfahrung im "Le Comptoir" sehr gespannt auf sie! Wir organisierten Getränke, kleine Snacks und Süßigkeiten und schmückten unser Riad mit Blumen und Kerzen, verschleppten sämtliche Sitzgelgenheiten aus dem ganzen Haus in unseren Lichhof und hatten natürlich schon vorher sowohl meine marokkanische Familie als auch einige weitere Gäste eingeladen. Abends traf zuerst die ca. 8-köpfige Familie ein, dann kamen - pünktlich - die Musiker mit der Tänzerin und anschließend fanden sich, während die Musiker marokkanische Weisen spielten, nach und nach die anderen Gäste ein. Und die Musiker waren wunderbar; ein Geiger, ein Tabla-Spieler und ein weiterer Perkussionist, der zwischen verschiedenen Instrumenten (ich habe ein Riqq und eine größere Rahmentrommel gesehen) wechselte und alle drei konnten sehr gut singen. Wir waren absolut beeindruckt und auch unsere marokkanischen Gäste wußten diese Überraschung sehr zu schätzen und klatschten, sangen und tanzten eifrig mit!
Dann der Auftritt der Tänzerin: sie war, wie auch die Tänzerinnen, die wir im Restaurant gesehen hatten, sehr jung und schlank. Aber schon nach den ersten Schritten (sie tanzte natürlich zu Live-Musik) war klar, dass sie einer anderen Klasse von Tänzerinnen angehörte. Sie hatte nicht nur ein schönes Kostüm an sondern auch ein umfassendes, verinnerlichtes Bewegungsrepertoire und ein gutes Musikgefühl, durch das sie vorallem mit schön plazierten Akzenten bestach. Auch hatte sie eine herzlich lebendige und freudvolle Ausstrahlung während ihres gesamten ca. 20 Minuten umfassenden Tanzes. Wir hatten Glück gehabt, dass sie es war, die wir engagiert hatten und zeigten unsere Freude durch anhaltendes Mitklatschen und begeisterte Ausrufe. Die Stimmung war nach ihrem Tanz total ausgelassen und alle standen auf und tanzten weiter zur Live-Musik, während sie sich bereits wieder umkleidete. Währenddessen zog ich mich zurück um mein Kostüm anzuziehen und nun zunächst zu Musik vom Band die Saidi-Choreografie, die ich mit den Teilnehmerinnen geübt hatte, und ein Awadi-Baladi-Stück zu tanzen und anschließend hatte ich noch das Vergnügen zur Musik des marokkanischen Ensembles. Unsere Tänzerin musste leider schon zum nächsten Auftritt eilen, so dass ich sie nicht mehr zum gemeinsamen Tanzen auffordern durfte, aber unsere Tanzgruppe und alle Gäste gaben sich nach meinem Auftritt nochmal ausgelassen und fröhlich in unserem Hof unter dem Sternenhimmel Marrakechs der Tanzfreude hin.
Abschied
Wir hatten unser Fest in weiser Voraussicht nicht auf den letzten Abend gelegt und so hatten wir am nächsten Tag Gelegenheit die letzten Einkäufe zu tätigen und unseren Aufenthalt schön ausklingen zu lassen, bevor wir am nächsten Tag frühmorgens unseren Transfer nach Agadir nahmen und uns am Flughafen in
München mit herzlichen Umarmungen verabschiedeten.
Alle waren sich einig: es war eine wunderschöne Reise und so manche möchte Marokko gerne wieder besuchen!
... und Euch allen wünsche ich für Eure künftigen Reisen ebenso spannende und inspirierende Erfahrungen und bin gespannt, was wir hier noch so zu lesen kriegen!
Schönes Wochenende,
Bambi
_________________ Herzliche Grüße an alle LeserInnen ... and Happy Hips ... Bambi Sahab * TARAB, Zentrum für Orientalischen Tanz * D-69115 Heidelberg
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Verfasst am: 08.05.2005 20:58
Titel:
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Hallo Bambi,
danke für den tollen Bericht!
Da bekommt man direkt Lust, auch mal mitzufahren! Obwohl ich ja die letzten Jahre eher vom Asien-Virus befallen bin. Einmal dort gewesen will man immer wieder hin.
Liebe Grüße, Juliane
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Silva
Beiträge: 284 Anmeldungsdatum: 07.01.2005 16:29 Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: 09.05.2005 13:00
Titel:
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Hallo Bambi,
Dein Bericht macht ja richtig Laune auch mal Marrakech in meine Reisepläne mit aufzunehmen. Nach Agadir hatte ich schon mal einen Kurztrip eingelegt, war allerdings nicht so begeistert.
Die Aussicht, Marrakech und Tanz zu verbinden ist verlockend. Du gibst doch sicherlich Bescheid, wenn die neuen Termine anstehen.
Danke für den schönen Reisebericht.
Silva
..........................
| Juliane hat folgendes geschrieben:: | | Obwohl ich ja die letzten Jahre eher vom Asien-Virus befallen bin. Einmal dort gewesen will man immer wieder hin |
Juliane, diesen Asien-Virus kenne ich auch. War mindestens 15 x in Thailand, Malaysia, Sri Lanka und auch Burma war bei mir schon auf der Hitliste.
Meine längste Reise war mal 7 Wochen lang in Thailand, im Rucksack hatte ich sogar noch Pumps und das "kleine Schwarze" für die Zwischendurch-Nobel-Momente, um mal Pause von Matratzenlager und sternenklaren Strandnächten zu machen.
Allerdings sind die einsamen unberührten Fleckchen und die liebenswerten Menschen immernoch in positivster und oftmals sehnsuchtsvoller Erinnerung, werden sie wohl mit Wehmut bleiben (schon allein das Wort Tsunami ist schrecklich .....)
.... und wie wäre es, Du könntest doch auch mal Dein "einmal dort gewesen will man immer wieder hin-Virus" für uns im Forum näher beschreiben. Schreib einfach drauf los
Silva
*die es immer mehr in arabische Länder zieht und nicht mehr "nach Hause" möchte*
_________________ Aufrichtigkeit ist eine bittere Medizin - für den Patienten ebenso für den, der sie verabreicht.
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lisa-hannover
Beiträge: 1 Anmeldungsdatum: 22.12.2010 17:36 Wohnort: Hannover
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Verfasst am: 22.12.2010 17:49
Titel: Re: Marrakech für Abenteurerinnen
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Hallo, ich bin zufällig auf diesen Reisebericht gestoßen, da ich selbst gerade eine Reise nach Marrakesch plane. Dein Bericht ist wirklich eindrucksvoll und nun kann ich es kaum abwarten, dass es endlich losgeht!
Hast Du zufällig auch noch ein paar Fotos gemacht?
Viele Grüße,
Lisa
| Bambi Sahab hat folgendes geschrieben:: | MARRAKECH FÜR ABENTEURERINNEN ... BERICHT EINER REISE IN DIE "ROTE PERLE" SÜDMAROKKOS
Die Vorgeschichte:
Ziemlich überrascht war ich im November letzten Jahres, als ich einen Anruf von Dagmar Rummel, die als Veranstalterin für Tanzreisen vor allem in die Türkei, jedoch auch nach Ägypten, unter dem Namen "Tara Travel" bekannt ist. Da ich eine von "Dagmars Dozentinnen" bin und wir häufiger miteinander telefonieren, war der Anruf an sich nichts Ungewöhnliches, aber ich fiel aus allen Wolken als Dagmar mich fragte, ob ich denn nicht Lust hätte mit einer Gruppe von Frauen als Reiseleiterin und Dozentin in den Osterferien 2005 nach Marrakech zu reisen. Es wären schon über 10 Interessentinnen da, ich müsste nur noch ja sagen. Und das tat ich natürlich![/b]
Die Vorgeschichte ist, dass ich vorher schon mehrmals mit einer kleinen Gruppe von Leuten ein reizendes Haus, ein Riad (Lichthof) in der Medina, der arabischen Altstadt, gemietet hatte. Schon beim ersten Mal lernten wir in unserem "Darb", so heißen die kleinen Altstadt-Sackgassen, unsere netten marokkanischen Nachbarn kennen und bekamen dadurch von Marokko Reisen weitaus mehr mit, als der normale Pauschaltourist im Hotel. Und immer hielt ich auch Tanzstunden; die Nachbarn, neugierig eine deutsche Oriental-Tänzerin zu sehen, veranstalteten ein rauschendes Fest in ihrem Riad, auf welchem ich auftrat. Und von diesen Erlebnissen hatte ich bei einer Tanzreise mit Tara Travel in die Türkei den Teilnehmerinnen vorgeschwärmt; Veronika aus Innsbruck war davon so inspiriert, dass sie zuhause ihre Tanzgruppe überredete, sich für eine Reise mit mir anzumelden, flugs schlug sie Dagmar vor mich wegen Marrakech zu fragen und so flog ich am 22. März dieses Jahres mit 12 Frauen aus Österreich über München nach Agadir.
Wohnen in Marrakech
In Agadir wurden wir am Flughafen von einem Bus zum Transfer nach Marrakech erwartet und es lagen zunächst einmal 4 Stunden Fahrt durch Marokkos Süden vor uns. Abends staubig, müde aber glücklich in Marrakechs Medina angekommen, verteilten wir uns auf die Zimmerchen der beiden nebeneinanderliegenden Riads, die wir gemietet hatten und es gab erstmal ein großes "Oh wie wunderschön", "Fantastisch", "Wie süß", etc. aus allen Ecken zu hören, denn die Häuser im landestypischen Bausstil bestechen durch die Schönheit ihrer buntgekachelten Innenhöfe, der reichlichen Dekoration durch große blaue Pflannzenkübel mit z.B. einem duftenden Orangenbäumchen, dem entzückenden Interieur in Form von kleinen Tischchen und Schränkchen, Messinglampen und Fenstern aus farbigem Glas und der ganz besonderen Atmosphäre, die einen umfängt, wenn man aus der staubigen Hitze der Stadt hinter den dicken Mauern eines marokkanischen Riads Schutz findet.
Ein Abendessen in einem schönen, leider aber etwas überteuerten Restaurant in der Medina bot den Teilnehmerinnen Gelegenheit Dagmar und mich kennen zu lernen und einen ersten Eindruck vom Tun und Treiben in der Altstadt zu erhaschen. Gleich am nächsten Vormittag hatten wir die erste von insgesamt 10, auf 5 Tage verteilten Tanzstunden; als Thema hatten die Teilnehmerinnen Baladi und eine Saidi-Choreografie mit Zimbeln ausgewählt. Bei der Vorstellung, wie wohl unsere Bodengymnastik mit 14 auf dem gekachelten Innenhof auf Decken sich dehnenden Frauen von der darüber liegenden Galerie aus, die zum Glück nur uns und unseren beiden schottischen Vermietern zugänglich war, wirken könnte, lachten wir alle herzlich und in den kommenden Tagen wurden von dieser Szene einige Fotos geschossen!
Marrakech[/b]
Und nach dem Unterricht waren natürlich alle ganz neugierig endlich raus zu kommen und die berühmten Sehenswürdigkeiten dieser, wegen der Farbe ihrer Stadtmauern, als "rote Perle des Südens" bekannten, zweitältesten Königsstadt Marokkos zu erkunden.
Marrakech wird nach Fes in vielen Reiseführern als die schönste Stadt Marokkos beschrieben. Und immerhin hat das Land seinen Namen von dieser Stadt: "Marokko" leitet sich von "Marrakech" ab! Marrakech spiegelt die ganze Vielfalt des orientalischen Lebens wider, auch in seiner Gegensätzlichkeit. Zitat aus dem (sehr empfehlenswerten" Know-How-Reiseführer "Agadir, Marrakech und Südmarokko": "In Marrakech ist die Welt versammelt reiche, elegant gekleidete Marokkaner, junge Mädchen in Minirock, Jeans oder Kaftan, Bettler, Gaukler, selbsternannte Führer, Marktschreier, Handwerker, Wasserverkäufer und Nomaden aus der Wüste neben kamerabehängten Touristengruppen. In der Hitze der Innenstadt pulsiert das Leben..."
Und wir mittendrin! Da unsere Adresse im Suqviertel (die Suqs von Marrakech sind die größten des Landes) lag, waren wir kaum nach verlassen unseres Darb schon im Viertel der Holzschnitzer und Wollfärber angelangt, weiter ging es durch den Suq der Kupferschmiede zum Djemaa El Fna, einem großen Platz, der zweifellos zu den größten Attraktionen gehört, da auf ihm von morgens bis abends stets etwas Interessantes zu sehen ist und man nicht müde wird, z.B. von der Terasse eines der rings um gelegenen Cafes das Tun und Treiben zu beobachten. Mit dem Gang zu diesem zentral gelegenen Platz hatte ich den Teilnehmerinnen sozusagen einen ersten Überblick verschafft und wollte damit auch zeigen, dass manssich mit etwas Mut und einer gesunden Portion Vorsicht, ganz gut alleine in den Suqs zurechtfinden kann, wenn man sich den Weg vom Platz nach Hause einprägt und nicht in dunkle Gassen abbiegt.
Und so waren wir in den nächsten Tagen nach dem Tanzunterricht zwar ständig alle auf Achse, aber durchaus nicht immer zusammen unterwegs um so wunderbare Gebäude wie die Medersa Ben Yussef, eine alte Koranschule, die Kutubiya-Moschee, ein Wahrzeichen der Stadt, den Palais de Bahia und weitere Paläste und die darin untergebrachten Museen und vieles weitere zu sehen. Unvergessen werden uns aber auch unsere Gruppenausflüge bleiben, z.B. eine Kutschfahrt zum Jardin Majorelle, einem der zauberhaften Gärten Marrakechs, oder unser Trip außerhalb der Stadt ins 70 km entfernte Ourika-Tal, welches uns mit seinen blühenden Bäumen und plätschernden Wassern nach mehrtägigem Stadtaufenthalt Herz und Seele bei unserem einzigen Ganztagesausflug erfrischte.
Tänzerinnen
Einen interessanten Abend verbrachten wir in einem Club/Restaurant in der Neustadt Marrakechs im "Le Comptoir", welches scheinbar unter dem Namen Paris/Marrakech eine Filiale in Paris hat. Trotz der hohen Preise wollten wir diesen Ort unbedingt besuchen, da marokkanische Oriental-Tänzerinnen angekündigt waren, die von uns natürlich mit besonderer Spannung erwartet wurden. Das Interieur des riesigen Restaurants war traumhaft, die Kellnerinnen in figurschmeichelnde, asiatisch anmutende Kaftan/Hose -Kombinationen aus schönen Stoffen gekleidet, das Essen war wirklich exzellent und seinen Preis wert. ..
... Tja, ich weiß, das ist gemein, aber ich muß mich hier unterbrechen und die Fortsetzung mit Beschreibung der Tänzerinnen auf morgen verschieben, da ich jetzt dringend weg muß und dieser Text so endlos lang ist. Aber ich melde mich wieder und poste den Rest AUF JEDEN FALL...
Liebe Grüße und schönen Abend sendet, bzw. wünscht
Bambi[/b] |
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