Verfasst am: 01.04.2009 15:32
Titel: Wie haltet Ihr Euch als Profis fit?
Hallo Profitaenzerinnen,
mich wuerde brennend interessieren, welches Fitnessniveau notwenig ist um orientalischen Tanz beruflich zu betreiben. Mir geht es so, dass ich mich nur dann 100 Prozent fit, energetisch und stark fuehle, wenn ich taeglich dehne, kraeftige, kreislauf staerke und uebe. Hab auch nur dann eine gute Haltung und Koerperspannung beim Tanzen. Nun schaff ich dieses Programm aber nicht taeglich. Manchmal liegts an der Zeiteinteilung, manchmal an mangelnder Motivation, weil ich am vortag zu spaet ins Bett bin, oder zu spaet gegessen hab und mich schlapp fuehle.......
Wie ist das als Profi? Mir erscheint das als ziemlich hart, wenn man sich auf seinen Koerper verlassen muss um sein taeglich Brot zu verdienen.
Wie sieht Euer Training aus? Wie fit seid Ihr? Wie motiviert Ihr Euch? Und macht es Euch immer Spass?
Waere sehr dankbar fuer Einblicke in Euer taegliches Leben als Taenzerinnen.
Als erstes ist es als Profitänzerin wichtig, dass Du weiterhin Tanzunterricht nimmst, denn erstens hat man nie ausgelernt und zweitens ist es viel einfacher sich zu motivieren, wenn man in eine regelmässige Klasse geht. Ich bin auch sehr undiszipliniert, wenn ich aber als Schülerin in eine Klasse gehe, dann habe ich deutlich mehr Hemmungen den Unterricht zu "schwänzen", als wenn ich zu Hause alleine trainiere.
Weiter ist es wichtig, dass eine Tänzerin regelmässigen Ballett- oder Jazzunterricht nimmt. Auch Modern Dance ist sicher hilfreich, hat ja diesselbe Basis wie Ballett und für eine Bauchtänzerin geht es hier vor allem um die Basis, die leider im normalen Bauchtanzunterricht häufig fehlt. Mit dieser Technik lernst Du dann besser drehen, eine gute Haltung und trainierst die wichtigsten Muskeln für ein gutes Gleichgewicht, Geschmeidigkeit und Flüssigkeit im Tanz. Das ist auch eine gute Alternative für Deine "regelmässige Unterrichtsklasse", falls Du keinen Bauchtanzunterricht für Profis findest (manchmal geht das Angebot halt nur bis Anfänger oder Mittlere). Den fehlenden Unterricht im Bauchtanz kannst Du dann mit der Teilnahme an verschiedenen Workshops wieder gut machen. Es ist sowieso empfehlenswert, bei so vielen verschiedenen Lehrerinnen wie möglich Unterricht zu nehmen, denn jede hat so ihr Stärken und so profitierst Du am meisten...Du pickst Dir von jeder das Beste raus!
Als Profitänzerin unterrichtes Du ja auch nicht selten selber (ich kenne momentan keine, die alleine von Shows lebt). Wenn Du zusätzlich zum Unterricht, den Du nimmst und zu den Übungsstunden, in denen Du Deine Tänze und Technik übst, noch 9 Stunden wöchentlich unterrichtest, dann kannst Du die ruhig zu Deinem Training dazuzählen. Gerade das ständige Wiederholen von einfachen Basisbewegungen des orientalischen Tanzes stärken die dafür benötigte Muskulatur am besten.
Was Dir jetzt noch fehlt ist ein Kreislauftraining, das kommt bei Tänzern meist zu kurz, daher muss das separat trainiert werden. Idealerweise 3x pro Woche ca. eine halbe Stunde (wenn wenig Zeit und Lust vorhanden ist, ist eine Viertestunde auch besser als nix) entweder Radfahren (auch Hometrainer), Joggen oder sonst eine Aktivität bei der die Anstrengung lange auf gleicher Höhe gehalten wird. Radfahren empfiehlt sich hier sehr, da es Gelenkschonender ist als Joggen. Tipp: zu Zweit ist es lustiger und motivierender! Und solchen Sport kannst Du auch mit "Nicht-Bauchtänzerinnen" machen (Arbeitskollegin, Freund, Freundin, die abnehmen will).
Nach jedem Trainieren/Unterrichten/Üben/Unterricht nehmen wird selbstverständlich gedehnt, wobei Du nach sehr grosser Anstrengung nicht sofort dehnen solltest, sondern ein wenig warten.
Falls Du zusätzlich an Deiner Beweglichkeit arbeiten möchtest und schneller grössere Fortschritte machen möchtest, dann empfehle ich Dir den Besuch einer Yogaklasse, wobei das immer ein wenig heikel ist, da es wichtig ist, einen sehr guten Lehrer zu haben, damit man sich damit nicht "kaputt" macht.
Meine Woche sieht ungefähr so aus: Montag abend nehme ich selber Unterricht in Modern Dance. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag Abend, sowie Freitag morgen unterricht ich (total 9 Stunden). 1-2 mal pro Monat besuche ich einen Workshop, wenn ich nicht gerade selber einen gebe.
Für den Kreislauf mache ich einmal pro Woche selber auf dem Hometrainer 30 Minuten radeln und am Wochenende dann mit meinem Freund eine kleine Radeltour. Als dritte Einheit zähle ich meine Modern Dance Klasse am Montag, bei der ich immer sehr ins Schwitzen komme (ich weiss, das ist gemogelt, aber ich habe ja schon gesagt: ich bin sehr undiszipliniert).
An der eigenen Technik/Choreos usw. übe ich meist am Wochenende, während mein Freund Fussball guckt oder sonst 'was langweiliges macht
So, das wäre so ungefähr mein Programm. Ach ja, WICHTIG: einen ganzen Tag pro Woche und mindestens zwei ganze Wochen im Jahr solltest Du haben, an dem Du NICHTS machst (was jetzt Sport angeht)...denn auch der Körper braucht mal seine Ruhe...
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Weiter ist es wichtig, dass eine Tänzerin regelmässigen Ballett- oder Jazzunterricht nimmt. Auch Modern Dance ist sicher hilfreich, hat ja diesselbe Basis wie Ballett und für eine Bauchtänzerin geht es hier vor allem um die Basis, die leider im normalen Bauchtanzunterricht häufig fehlt. Mit dieser Technik lernst Du dann besser drehen, eine gute Haltung und trainierst die wichtigsten Muskeln für ein gutes Gleichgewicht, Geschmeidigkeit und Flüssigkeit im Tanz. Das ist auch eine gute Alternative für Deine "regelmässige Unterrichtsklasse", falls Du keinen Bauchtanzunterricht für Profis findest (manchmal geht das Angebot halt nur bis Anfänger oder Mittlere). Den fehlenden Unterricht im Bauchtanz kannst Du dann mit der Teilnahme an verschiedenen Workshops wieder gut machen. Es ist sowieso empfehlenswert, bei so vielen verschiedenen Lehrerinnen wie möglich Unterricht zu nehmen, denn jede hat so ihr Stärken und so profitierst Du am meisten...Du pickst Dir von jeder das Beste raus! .........
Julie
Hallo Dalia & Julie!
Julie, hat es einen bestimmten Grund, dass Du gerade Modern Dance machst und nicht Ballett und Jazz?
Obwohl ich kein Profi bin, merke ich, dass andere Tanzstile wichtig sind, um das Körpergefühl umfassend zu trainieren. In jedem Tanzstil (bei mir OT, Hip Hop, Modern und Jazz) entdecke ich etwas Neues in mir und natürlich Entwicklungsbedarf, den ich in ausschließlich einer Tanzart so gar nicht festgestellt hätte.
Also für das Kreislauftraining ist Hip Hop ausgesprochen nützlich. Jedenfalls bei meinem Lehrer, der auf fast jedem "Und" im Takt irgendeine Sache plaziert.
Der Witz dabei ist, wenn man nicht ökonmisch zwischen Spannung und Entspannung wechseln kann (Das bedeutet wirklich mit intrinsischer Muskulatur zu arbeitet, wie beim Bauchtanz, aber doch anders), braucht es enorme Kraft und nach einer drei Minuten Choreo stehe ich nicht wieder auf.
Die Nuss, die ich da zu knacken habe ist, mein limbisches System in den Griff zu kriegen. Das feuert beim Hip Hop die ganze Zeit auf Kampf, während mein Lehrer völlig entspannt bleiben kann.
Aber ganz großartig dabei ist, dass man sich im Hip Hop mal richtig häßlich und krumm!!!!! machen soll und die Schultern nach vorn ziehen und solche unschicken Sachen. Meine Güte ist das schwierig sich so hängen zu lassen, statt erhaben zu schreiten wie beim Ballett & Co. und das trotz ausdrücklicher Erlaubnis vom Hip Hop Lehrer!!!!!! Es ist, als würden einem die Eltern im Kopf sitzen: "Flegel Dich hier nicht so hin..... sitz gerade.........!!"
Also es ist unglaublich spannend, welche Herausforderungen in jedem Tanzstil zu bewältigen sind und jeder Fortschritt in einer "Kategorie" beeinflusst die anderen Tanzstile positiv.
Modern Dance ist genial, weil die ganz spezifische Körperarbeit dazu dient, Verbindungen im Körper herzustellen. Voraussetztung ist, dass es der Lehrerin ganz klar bewusst ist, um welche es sich in den einzelnen Übungen handelt. Ansonsten wird es nur ein mechanisches Abarbeiten und dann sieht der Tanz auch so aus.
Stress mache ich mir keinen, der Weg und die Entdeckungen auf diesem sind für mich immer spannender, als den "Perfektionsaffen" zu machen. Für mich ist alles reiner Spaß am Tanz, der Begegnung mit unterschiedlichen Leuten und dem Betreten von Neuland.
Als Profi muss man sicherlich andere Prioritäten setzen, als sich "NUR" zu freuen und zu experimentieren.
Wenn ich mich müde und schlapp fühle, ist das für mich ein Signal vom Körper, dass er Ruhe braucht und dann kriegt er sie.
Da ich keine regelmässigen Kurse sondern Workshops unterrichte, fällt bei mir das "automatische Training weg". Hingegen muss ich fähig sein, auch mal 6 Stunden an einem Tag zu unterrichten. Nur rumhängen geht also auch nicht
Ab einem bestimmten Niveau wird es auch schwierig, eine regelmässige Klasse zu finden, die auf Profiniveau unterrichtet wird.
Ich hab vor ungefähr einem Jahr mal beschlossen, mich jeden Tag eine Stunde zu bewegen, egal wie. Sei das nun Nordic Walking, ein Fitness-Video oder Tanztraining. Meistens halt ich das auch ein... Und dann muss ich ja auch noch Choreos vorbereiten und üben.
Das mit dem Ballett usw. hatten wir hier auch schon durchgekaut. Ich persönlich bin da nicht so überzeugt, dass es gerade DAS oder Modern oder sowas sein muss. Ich war meiner Lebtag noch in keiner Ballettstunde und kann auch geradeaustanzen
Kommt halt auch drauf an, ob einem die Orientalische Tanzlehrerin Drehungen usw. richtig beibringt!
Weil ich aber grundsätzlich ein vielseitiger Mensch bin, habe ich wöchentlich meine 2 - 3 Stunden Bharata Natyam (und übe teilweise auch selber noch). Das gibt starke Beine, gute Koordination und schult Hände und Ausdruck.
So, und jetzt muss ich üben gehen
MEISSOUN _________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
Da ich keine regelmässigen Kurse sondern Workshops unterrichte, fällt bei mir das "automatische Training weg". Hingegen muss ich fähig sein, auch mal 6 Stunden an einem Tag zu unterrichten. Nur rumhängen geht also auch nicht
Ab einem bestimmten Niveau wird es auch schwierig, eine regelmässige Klasse zu finden, die auf Profiniveau unterrichtet wird.
Ich hab vor ungefähr einem Jahr mal beschlossen, mich jeden Tag eine Stunde zu bewegen, egal wie. Sei das nun Nordic Walking, ein Fitness-Video oder Tanztraining. Meistens halt ich das auch ein... Und dann muss ich ja auch noch Choreos vorbereiten und üben.
Das mit dem Ballett usw. hatten wir hier auch schon durchgekaut. Ich persönlich bin da nicht so überzeugt, dass es gerade DAS oder Modern oder sowas sein muss. Ich war meiner Lebtag noch in keiner Ballettstunde und kann auch geradeaustanzen
Kommt halt auch drauf an, ob einem die Orientalische Tanzlehrerin Drehungen usw. richtig beibringt!
Weil ich aber grundsätzlich ein vielseitiger Mensch bin, habe ich wöchentlich meine 2 - 3 Stunden Bharata Natyam (und übe teilweise auch selber noch). Das gibt starke Beine, gute Koordination und schult Hände und Ausdruck.
So, und jetzt muss ich üben gehen
MEISSOUN
Hallo MEISSOUN,
was sein muss oder nicht, ist für jeden Menschen anders. Da hast Du vollkommen recht. Es kommt immer darauf an, was man will und was einen so anzieht. In der Regel passt es dann schon, was eine Tänzerin zusätzlich macht und braucht.
Also Haltung und Ausrichtung ist keine Frage anderer Tanzstile, die kann Tänzerin auch in einer einzigen Tanzrichtung vernünftig erlernen. Drehungen sind in der Tat Bestandteil jeden Tanzes und sehen dann einfach nur unterschiedlich aus.
Trotzdem kann es interessant sein zwei völlig gegensätzliche Tanzstile zu versuchen. In der Erforschung der Unterschiede und dem Entdecken von Gemeinsamkeiten sind mir schon ganze Kronleuchter aufgegangen
Ja und an dieser Stelle vielen Dank für diese Frage Dalia und Eure Antworten Julie und MEISSOUN. Da ich heute so viel über Hip Hop geschrieben habe, ist mir plötzlich klar geworden, was die Gemeinsamkeit zwischen dem ägyptischen Tanzstil von Liza Laziza und dem meines Hip Hop Lehrers ist. GENIAL!!!! Jetzt verstehe ich das eine besser durch das andere und umgekehrt.
Trotzdem kann es interessant sein zwei völlig gegensätzliche Tanzstile zu versuchen. In der Erforschung der Unterschiede und dem Entdecken von Gemeinsamkeiten sind mir schon ganze Kronleuchter aufgegangen
Auf alle Fälle - Bharata Natyam und Raqs Sharqi könnten ja unterschiedlicher nicht sein - und doch hat mir BN viel für meinen orientalischen Tanz gebracht.
Ich würd das jetzt einfach nicht als Allerwelts-Heilmittel verschreiben, das jetzt alle machen müssten.
Bei Ballett hab ich irgendwie immer so das Gefühl, es werde als Allein-Seligmachendes und Grundlage für ALLES verkauft. Also ob dieser Tanzstil nicht auch seine Tücken hätte... Sonst wären Ballettänzerinnen ja nicht oft mit 30 Jahren ausrangiert!
Wer's machen will, soll ruhig. Aber es gibt auch anderes.
Übrigens ist es ganz lustig, die Gemeinsamkeiten zwischen Bharata Natyam und Argentinischem Tango zu entdecken!
MEISSOUN _________________ Nur weil etwas irgendwo geschrieben steht, heisst das noch lange nicht, dass es wahr ist!
mal gefragt: Wen oder was bezeichnet Ihr als Profi-Tänzerin?
Ich würde darunter keine Dozentin verstehen, denn es heißt ja Tänzerin. Ferner ist für mich ein Profi noch immer jemand, der das hauptberuflich betreibt.
Hier in Mitteleuropa eine wohl aussterbende Spezies.
mal gefragt: Wen oder was bezeichnet Ihr als Profi-Tänzerin?
Ich würde darunter keine Dozentin verstehen, denn es heißt ja Tänzerin. Ferner ist für mich ein Profi noch immer jemand, der das hauptberuflich betreibt.
Hier in Mitteleuropa eine wohl aussterbende Spezies.
Grüße
Reyhan
@Reyhan,
das ist wohl wahr und damit wäre das Thema schon erschöpft.
@Dalia
Wen also meinst Du konkret mit Profis?
@MEISSOUN
MEISSOUN hat folgendes geschrieben::
Bei Ballett hab ich irgendwie immer so das Gefühl, es werde als Allein-Seligmachendes und Grundlage für ALLES verkauft. Also ob dieser Tanzstil nicht auch seine Tücken hätte... Sonst wären Ballettänzerinnen ja nicht oft mit 30 Jahren ausrangiert!
Wer's machen will, soll ruhig. Aber es gibt auch anderes.
Um Gottes Willen!!!!!!!! Dann hätten wir es hier mit einem Verkaufstrick zu tun. Man muss wissen, wozu was gut ist und nichts ist für alles gut.
Ich habe mal geglaubt, dass Ballett für eine stärkere Präsenz hilfreich ist. Seit September kenne ich meinen Hip Hop Lehrer, der nun so absolut gar keine Ballett-Attitude hat, sondern die eines Flummies. Der Mann hat trotzdem eine super Präsenz auf der Bühne.
Oft sehe ich im Ballett, dass der Brustkorb vom Unterkörper völlig abgeschnitten wirkt, die Energie wird nach oben gezogen und dort festgehalten. Vielleicht ist das der Preis, der gezahlt werden muss, um abzuheben und fast zu schweben?
Hochgezogenen Kniescheiben und eine scheinbar ständig gleiche und möglichst festgetackerte, lange Elongation der Wirbelsäule sind weder für den OT noch für den Alltag nützlich.
Im Gegenteil, die individuellen Körperformen zu akzeptieren hilft, um bei sich selbst anzukommen. Ich lasse mich nicht mehr darauf ein, meinen Körper ums Verrecken in ein bestimmts Schema zu pressen oder (von Profis) pressen zu lassen.
Viel spannender ist es, ein Zusammenspiel zwischen allen Teilen der WS zu aktivieren. Also wirklich eine lebendige Verbindung zwischen oben und unten herzustellen.
Bereiche, die momentan tot sind, dürfen aber auch nicht mit Gewalt geöffnet werden. Wahrnehmen und akzeptieren, was gerade ist, reicht dann erst einmal völlig aus.
So ein Körper hat tatsächlich eine eigene Intelligenz und da muss der schematisch denkende Verstand nicht immer reinquaken und alles "verbessern" wollen.
Für die Körperhälften-Stabilität ist Ballett aber nicht schlecht
So und jetzt bin ich völlig vom Thema abgekommen..........
Ich danke Euch fuer Eure spannenden Antworten. Ich lasse mich davon inspirieren. Versuche die richtige Mischung fuer mich zu finden. Meissoun's "eine Stunde am tag" ist haengen geblieben...und dann Abwechslung: sei es Yoga, Jogging, Ueben nach Videos oder Muskelaufbau...und selbstverstaendlich der Unterricht. Die Idee zusaetzlich noch eine andere Tanzart zu praktizieren finde ich auch sehr verlockend...richtet sich allerdings nach dem geldbeutel....
@ Reyhan und Sylvia
Was meine ich hier mit Profi's?
Ich beziehe mich in meiner Frage auf Taenzer/innen, deren materielle Lebensgrundlage zur Gaenze, oder auch teilweise auf das Tanzen gegruendet ist.
D.h. Leute, die den Tanz proffessionell = beruflich betreiben. Egal ob Teilzeit oder Vollzeit. Denn beide muessen sich ja auf Ihren Koerper verlassen koennen, um das monatliche Einkommen zu verdienen.
Muss zugeben, dass es doch nach einer gehoerigen Portion Disziplin und Arbeit aussieht sich fuer diesen Job fit zu halten. Oder?
Wuerde mich ueber weitere Antworten freuen.
Liebe Gruesse,
Dalia _________________ LOVE....all there is!
Bei Ballett hab ich irgendwie immer so das Gefühl, es werde als Allein-Seligmachendes und Grundlage für ALLES verkauft. Also ob dieser Tanzstil nicht auch seine Tücken hätte... Sonst wären Ballettänzerinnen ja nicht oft mit 30 Jahren ausrangiert!
Wer's machen will, soll ruhig. Aber es gibt auch anderes.
Übrigens ist es ganz lustig, die Gemeinsamkeiten zwischen Bharata Natyam und Argentinischem Tango zu entdecken!
MEISSOUN
Hallo MEISSOUN,
nach drei Tagen Workshop "Anatomie für Körperarbeitende" bin ich einigermaßen ernüchtert, was die derzeit unterrichtete Ballett-Technik angeht. Grundlagen davon finden sich auch im Jazz-Dance.
Da wird so ein Unfug über die Funktionalität der Muskeln in Bewegung verbreitet, was auf Dauer tatsächlich nicht gut für den Körper ist.
Wenn es heißt: "alles anspannen, Po fest, Bauch fest, Rippen vorn schließen, um den Brustkorb abzusenken," fließt gar nichts mehr. Wie kann auch, das Atmen geht ja nicht mal mehr vernünftig. Dass der Gluteus maximus für die Auswärtsdrehung der Beine zuständig ist, ist ebenfalls unnatürlich. Er ist ein reiner Kraftmuskel und zum Springen und Treppensteigen gedacht. Für die Auswärtsdrehung braucht es eine gut abgestimmte Harmonie von Innen-und Außenrotatoren. Da muss der Po nicht angespannt werden.
Ich will damit nicht sagen, dass die ganze Technik für den Eimer ist. Man kann sie sicherlich körperlogisch adaptieren.
Ich habe von der Workshopdozentin viel zum Nachdenken bekommen. Auch darüber welche Bewegungsqualität, mit welcher Tanztechnik umzusetzen geht oder halt auch ganz und gar nicht. Mit Bewegungsqualitäten meine ich z.B. durchgehendes wässriges Fließen, stärker gebundener und durchbrochener Fluß wie im dicken Schlamm oder gar luftig oder schwerelos weltraummäßig......
Auf jeden Fall bleibt es spannend, mehrere Tanz-Stile zu probieren, egal ob nun im Ethnobereich oder im westlichen Stil.
@Dalia: Mal abgesehen vom Fithalten des Körpers müssen Profis auf Dauer variabel und flexibel in ihrem Bewegungsrepertoire sein. Profisein bedeutet echt viel Arbeit.
Viele Grüße
Sylvia
hexe13
Beiträge: 389 Anmeldungsdatum: 14.11.2005 21:28 Wohnort: Mühlheim am Main
mal gefragt: Wen oder was bezeichnet Ihr als Profi-Tänzerin?
Grüße
Reyhan
Die Frage "wen-bezeichnet ihr als Profitänzerin" kann ich kurz und bündig beantworten!
Reyhan---------Du gehörst z.B. dazu!
Ich kenne Tänzerinnen, die Du als "außergewöhnliche Tänzerin mit langjähriger internationale Erfahrung" ausgebildet hast! Diese zählen nun auch zu den Profitänzerinnen.
Hoffe, Deine Frage ausreichend beantwortet zu haben.
Lieben Gruß
Santra _________________ hexe13
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Tanja Ahmed
Beiträge: 1504 Anmeldungsdatum: 08.02.2004 10:14 Wohnort: München
Profis sind erstmal Menschen, die mit einer Tätigkeit ihren Lebensunterhalt verdienen. Wenn ich von einer Profitänzerin spreche, dann meine ich eine Tänzerin, die genau das tut.
"Er/Sie ist ein Profi" kann natürlich auch kontextbezogen heißen, dass jemand eine Sache besonders gut macht. Aber ich glaube als Auszeichnung war es hier nicht gemeint... Die Frage war, wie Profitänzerinnen sich fit halten. Durch Tanzen in erster Linie und ggf. Ausdauer- und Kraftsport bzw. Gymnastik.
LG Tanja _________________ Orientalischer Tanz in München www.tanja-ahmed.de
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